Lucian Boia
Bei Heyne in München erschien 1984 "Das Jahrhundert der Marsianer", ein Science-Fiction-Sachbuch, das Lucian Boia gemeinsam mit Helga Abret geschrieben hatte. Sein Untertitel lautet "Der Planet Mars in der Science-fiction bis zur Landung der Viking-Sonden 1976". Boia wurde am 1. Februar 1944 in Bukarest geboren. 1967 schloss er an der Geschichtsfakultät der dortigen Universität ab, war anschließend an seiner Hochschule Assistent, dann Assistenzprofessor und wurde 1990 Professor; außerdem gründete er das Institut für Stereotypenforschung. In zahlreichen Veröffentlichungen, etwa "Istorie şi mit în conştiinţa românească" (1997, auf Deutsch 2003 bei Böhlau als "Geschichte und Mythos") und "De ce este Romania altfel?" (2012, auf Deutsch 2014 beim Schiller Verlag als "Warum ist Rumänien anders?"), kritisierte er vor allem nationalistische Mythen und Dogmen der rumänischen Geschichtsschreibung und wandte sich gegen ihre Verbreitung in Schulbüchern. Boia beschäftigte sich auch mit der Frage außerirdischen Lebens auf dem Mars; auf Französisch veröffentlichte er unter anderem "L'exploration imaginaire de l'espace" (1987) und "La fin du monde" (1989) bei La Découverte sowie "Jules Verne: les paradoxes d'un mythe" (2005) bei Les Belles Lettres. 2018 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 2020 das Ritterkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn, und 2021 wurde er Ritter der französischen Ehrenlegion.