Marcus Staiger
Von 1997 an organisierte Marcus Staiger im Berliner Musikcafé Royal Bunker regelmäßig sonntags Veranstaltungen mit Freestyle- und Battlerap. Dort traten Sido, Kool Savas, die Atzen und B-Tight auf, und noch im selben Jahr gründete Staiger mit Kool Savas, Mk1 und anderen das Label Mikrokosmos. Geboren wurde er am 26. September 1971 in Leonberg als Sohn eines Gipsers und einer Sekretärin. Nach dem Abitur 1991 in Kornwestheim arbeitete er ein Jahr lang in der Fabrik, bei Sika Chemie und der Daimler-Benz AG, und zog im November 1992 nach Berlin. Dort verdiente er sein Geld unter anderem als Koch, Kellner, Leiharbeiter, bei der Post und als Stadtführer. Ein Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie, 1993 begonnen, brach er 2000 ohne Abschluss ab. In den ersten Studienjahren schrieb er bereits für die Hip-Hop-Magazine Mik's News und MK Zwo, danach für Juice und Style, und arbeitete frei für Radio Eins und Radio Fritz. 1999 verließen Staiger und die meisten Künstler Mikrokosmos, und er gründete ein eigenes Label, benannt nach dem inzwischen geschlossenen Café. Kool Savas, Sido, Eko Fresh, Kay One und Prinz Pi machten Royal Bunker in den ersten Jahren bekannt. 2007 kam die Formation K.I.Z noch in die Top Ten der Albumcharts, Ende desselben Jahres kündigte Staiger das Aus an, und 2008 schloss das Label; das letzte Album hieß "Sexismus gegen Rechts". Nach eigener Aussage hatte damals niemand mehr Top-Ten-Acts im Hip-Hop entdeckt als er. Im April 2008 wurde er Chefredakteur der Internetseite rap.de; im Juli 2011 gab er bekannt, dass ihn Oliver Marquart zum 1. August ablöse. 2013 erschien bei Riva "Auch wir sind Deutschland", das er mit Bushido schrieb, 2014 folgte "Die Hoffnung ist ein Hundesohn". 2015 erschien die Mockumentary "Blacktape" von Sékou Neblett mit ihm als Protagonisten. Von 2017 bis Juli 2020 moderierte er mit dem Rapper Mauli bei Flux FM die wöchentliche Sendung "Die wundersame Rapwoche", die danach als Podcast in Eigenregie weiterlief; die letzte, 282. Folge erschien im Mai 2022. Im selben Jahr erschien "Dakhil. Inside Arabische Clans", geschrieben mit Mohamed Ahmad Chahrour.
- Geboren
- 26. September 1971
- Nationalität
- Deutschland