Margaret Atwood

"Sprechende Tintenfische im Weltraum": So hat Margaret Atwood in der Frühstückssendung der BBC beschrieben, was Science-Fiction sei, im Unterschied zu dem, was sie selbst schreibe. Der Satz hat Anhängern des Genres gründlich missfallen und wird seither zitiert, wenn von ihr die Rede ist. Für "Der Report der Magd" hat sie den Arthur C. Clarke Award bekommen. Zur Welt kam sie am 18. November 1939 in Ottawa, als zweites von drei Kindern eines Entomologen und einer Diätassistentin. Weil der Vater zur Forstinsektenkunde forschte, verbrachte sie einen großen Teil ihrer Kindheit in den Wäldern im Norden Québecs und ging erst mit zwölf Jahren durchgehend zur Schule. Gedichte und Theaterstücke schrieb sie seit ihrem sechsten Lebensjahr, mit sechzehn stand für sie fest, dass sie davon leben wollte. Sie studierte am Victoria College in Toronto, unter anderem bei Northrop Frye, und machte 1962 ihren Master am Radcliffe College in Harvard; die Doktorarbeit blieb liegen. Der erste Gedichtband erschien 1961, der erste Roman, "Die eßbare Frau", 1969. Bekannt wurde sie 1985 mit "Der Report der Magd". Über dessen Machart hat sie eine Regel formuliert, die das ganze Buch erklärt: Für alles darin gebe es ein Vorbild im wirklichen Leben, und sie habe beschlossen, nichts hineinzunehmen, was nicht schon irgendwo jemand getan habe. Gewidmet ist der Roman Mary Webster, die im 17. Jahrhundert eine Lynchjustiz wegen Hexerei überlebte. Ob sie eine Vorfahrin war, hat Atwood offengelassen: Am Montag habe die Großmutter das behauptet, am Mittwoch das Gegenteil. Von der Einordnung ihrer Bücher hält sie bis heute wenig. 2011 verglich sie im Gespräch mit Ursula K. Le Guin die Begriffe und kam zu dem Schluss, dass die beiden dasselbe verschieden nennen. Den Booker Prize bekam sie 2000 für "Der blinde Mörder" und 2019, geteilt mit Bernardine Evaristo, für "Die Zeuginnen"; 2017 wurde ihr in der Frankfurter Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels überreicht. Zwei Dinge neben den Büchern: 2004 erfand sie auf einer Lesereise eine Maschine, mit der sich aus der Ferne eigenhändig unterschreiben lässt, gründete eine Firma dafür und hält Patente darauf. Und 2015 übergab sie dem Projekt Future Library der schottischen Künstlerin Katie Paterson als erste Autorin ein Manuskript, "Scribbler Moon". Es liegt in Oslo und wird im Jahr 2114 gedruckt.

Geboren
18. November 1939
Nationalität
Kanada

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