Marge Piercy
In Chicago hielt sich Marge Piercy mit Teilzeitstellen über Wasser und versuchte vergeblich, ihre Romane zu veröffentlichen; in dieser Zeit wurde ihr klar, dass sie über Politik, Feminismus und Menschen aus der Arbeiterklasse schreiben wollte. Sie engagierte sich bei den Students for a Democratic Society. 1968 erschien ihr erster Gedichtband, "Breaking Camp", und im selben Jahr nahm ein Verlag ihren ersten Roman an. Piercy wurde am 31. März 1936 in Detroit geboren. Als Kind eine gleichgültige Schülerin, entdeckte sie die Liebe zu Büchern; das Lesen habe sie gelehrt, sagte sie, dass es dort eine andere Welt mit ganz anderen Horizonten gebe. An der University of Michigan erwarb sie 1957 den Bachelor, ein Hopwood Award für Lyrik und Prosa ermöglichte ihr den Abschluss und eine Zeit in Frankreich, 1958 folgte der Master an der Northwestern University. "Woman on the Edge of Time" (1976, deutsch "Die Frau am Abgrund der Zeit") verbindet eine Zeitreisegeschichte mit Fragen sozialer Gerechtigkeit, des Feminismus und des Umgangs mit psychisch Kranken. Der Roman kritisiert die Psychiatrie der USA in den 1970er Jahren und entwirft die Utopie einer Wirtschaft auf genossenschaftlichem Gemeineigentum; er gilt als Klassiker der utopischen Science-Fiction wie der feministischen Literatur und regte Donna Haraway zu ihrem Cyborg-Manifest an. Nach Piercys Einleitung zu "Body of Glass" nannte William Gibson ihn den Geburtsort des Cyberpunk. "He, She and It" (1991, deutsch "Er, Sie und Es"), auch als "Body of Glass" erschienen, entwirft eine durch Umweltzerstörung verwüstete Erde, beherrscht von multinationalen Konzernen und ausufernden Megastädten, mit einer künftigen Form des Internets, und verwebt sie mit jüdischer Mystik und der Sage vom Golem. Der Roman gewann den Arthur C. Clarke Award. "Gone to Soldiers" (1987, deutsch "Menschen im Krieg") folgt neun Hauptfiguren durch den Zweiten Weltkrieg in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien und wurde ein Bestseller der New York Times; die Ich-Stimme gehört dem Tagebuch der jugendlichen Französin Jacqueline Levy-Monot. Ihre Schauplätze reichen von der Französischen Revolution in "City of Darkness, City of Light" bis in die Gegenwart, gemeinsam ist den Büchern der Blick auf das Leben von Frauen. Zu ihrer Lyrik gehören "The Moon Is Always Female" (1980), das als feministischer Klassiker gilt, und "The Art of Blessing the Day" (1999); sie wurzelt in Geschichten, im jüdischen Jahreskreis und in Landschaften. Zuletzt erschien 2020 der Gedichtband "On the Way Out, Turn Off the Light".
- Geboren
- 1936-03-31
- Nationalität
- Vereinigte Staaten