Martin Caidin

Aus Martin Caidins Roman "Cyborg" (1972) wurde 1973 recht frei der Fernsehfilm "The Six Million Dollar Man", der Vorläufer der gleichnamigen Serie (deutsch "Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann"). Auf die Bionik hatte Caidin schon in "The God Machine" (1968) zurückgegriffen; zu "Cyborg" schrieb er drei Fortsetzungen, "Operation Nuke", "High Crystal" (deutsch "Die Straße der Götter") und "Cyborg IV", die einer anderen Kontinuität folgen als das Fernsehen. Caidin, 1927 in New York geboren, veröffentlichte mit 16 Jahren seinen ersten Artikel über die Konstruktion von Messerschmitt-Kampfflugzeugen. 1945 ging er zur Handelsmarine und arbeitete einige Jahre in Japan, von 1947 bis 1950 diente er in der Air Force und brachte es bis zum Sergeant. In Florida arbeitete er an einem der frühen Raumfahrtprogramme mit und beriet bis 1964 Fluggesellschaften. 1957 begann er Fiktion zu schreiben; insgesamt verfasste er mehr als 50 Romane und Sachbücher, viele davon zur Militärgeschichte der Luftfahrt, und über 1000 Zeitschriftenartikel. "Marooned" (1964) über Astronauten, die im All festsitzen, beruhte auf dem Mercury-Programm; für die Verfilmung von 1969 (deutsch "Verschollen im Weltraum") mit Gregory Peck und Gene Hackman überarbeitete er den Roman nach dem Apollo-Programm. Nach dem Erfolg mit Steve Austin kauften Produzenten die Filmrechte an fast jedem neuen Buch, verfilmt wurden nur wenige. Zu seinen Büchern mit Filmbezug gehört "The Final Countdown" (deutsch "Der letzte Countdown", 1980), in dem der Flugzeugträger Nimitz an den Tag vor dem Angriff auf Pearl Harbor versetzt wird; er schrieb auch Romane um Indiana Jones. Caidin, selbst Pilot, restaurierte die älteste erhaltene Junkers Ju 52 und nannte sie Iron Annie; am 14. November 1981 liefen unter seinem Kommando 19 Menschen auf einer ihrer Tragflächen, ein Weltrekord. 1984 ging die Maschine an die Lufthansa, ihre Geschichte erzählte er in "The Saga of Iron Annie". 1961 flog er in einem Verband von B-17 über den Atlantik nach England, wohl dem letzten dieser Art, nachzulesen in "Everything But The Flak". Er schrieb das von der FAA anerkannte Handbuch der Messerschmitt Bf 108; zweimal zeichnete ihn die Aviation/Space Writers Association aus. Mitte der 1980er Jahre moderierte er die Talkshow "Face to Face", in der er Vertreter rechtsextremer Organisationen und Hassgruppen zur Rede stellte, darunter der American Nazi Party, der Aryan Nations und der John Birch Society. An der University of Florida in Gainesville unterrichtete er den Journalismuskurs "Caidin's Law". Caidin starb 1997.

Geboren
14. September 1927
Gestorben
24. März 1997
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher