Matt Hughes
Als Redenschreiber sah Matthew Hughes 1982 in der Vancouver Sun einen Wettbewerb ausgeschrieben und schrieb dafür eine Novelle von 27.000 Wörtern. Gewonnen hat er nicht, doch Jahre später griff er die Geschichte wieder auf und baute sie zu seinem ersten veröffentlichten Roman aus, "Fools Errant", der 1994 erschien. Geboren im Mai 1949 in Liverpool, kam er mit fünf Jahren nach Kanada. Als Jugendlicher gehörte er der Company of Young Canadians an, arbeitete in wechselnden Berufen und wurde Journalist, dann Redenschreiber im Stab des Justiz- und des Umweltministers und später freiberuflich für Manager und Politiker in British Columbia. Seit 2007 hütet er in aller Welt fremde Häuser, um sich das Erzählen zu finanzieren. Science-Fiction erscheint unter Matthew Hughes, Kriminalliteratur unter Matt Hughes, Lizenzromane unter Hugh Matthews. In seinen Archonat-Geschichten wechselt das Grundgesetz des Universums in Abständen von mehreren tausend Jahren zwischen Wissenschaft und Magie. Sich selbst beschrieb er als hartgesottenen Krimiautor, der im Modus der Science-Fiction arbeitet. Booklist nannte ihn 2005 den designierten Erben von Jack Vance; "Template" (2008) war nach seinen Worten das einzige Mal, dass er bewusst einen Vance-Roman schreiben wollte, und 2021 erschien mit "Barbarians of the Beyond" seine autorisierte Fortsetzung von Vances Demon-Princes-Reihe. Weil ein Roman um die Commons die Längenvorgaben von Tor Books überschritt, kürzte Hughes ihn zu "Black Brillion" (2004) und machte aus dem Rest sechs Erzählungen, von denen "The Helper and His Hero" für den Nebula Award nominiert wurde. Der Betrüger und Fälscher Luff Imbry, nach zwei Figuren Sydney Greenstreets angelegt, starb im ersten Entwurf von "Black Brillion"; Hughes' Lektor bei Tor, David G. Hartwell, rettete ihn. Der Luff-Imbry-Roman "The Other" (2011) wurde für den Philip K. Dick Award nominiert, 2024 folgte "The One". Die Idee zu "What the Wind Brings" (2019), von Hughes sein Hauptwerk genannt, fand er 1971 in der Fußnote eines Lehrbuchs über afrikanische Sklaven, die Mitte des 16. Jahrhunderts an der Küste Ecuadors Schiffbruch erlitten und sich gegen die Konquistadoren ihre Unabhängigkeit erkämpften. Vierzig Jahre später konnte er den Roman mit einem Stipendium des Canada Council vollenden, auch weil die Geschichte in Nordamerika inzwischen mehr Beachtung fand; 2020 gewann das Buch den Endeavour Award. Für die Kurzgeschichte "One More Kill" erhielt er den Arthur Ellis Award der Crime Writers of Canada, 2020 die Aufnahme in die Hall of Fame der Canadian SF and Fantasy Association.
- Nationalität
- Vereinigtes Königreich