Michael Bishop

Den Vertrag für seinen ersten Roman verdankte Michael Bishop einer Novelle, in der eine Figur seines Namens auftritt. "On the Street of the Serpents" (1974) erschien in einer Anthologie von Ballantine Books und führte schließlich dazu, dass derselbe Verlag 1975 "A Funeral for the Eyes of Fire" herausbrachte; die Kritiker Alexei und Cory Panshin nannten ihn den eindrucksvollsten Erstling, den die Siebziger bis dahin gesehen hätten. Geboren am 12. November 1945 in Lincoln, Nebraska, wuchs er als Sohn eines Soldaten an wechselnden Orten auf, darunter Tokio und Sevilla. An der University of Georgia studierte er Englisch bis zum Master 1968 und unterrichtete danach an der Vorbereitungsschule der Air Force Academy in Colorado Springs, auch einen Kurs über Science-Fiction. 1970 verkaufte er seine erste Erzählung, "Piñon Fall", an Galaxy, 1974 gab er die Lehrtätigkeit auf, um hauptberuflich zu schreiben. In seinen frühen Büchern erkundete er fremde Welten mit dem Blick eines Anthropologen, etwa in "Transfigurations" (1979, "Transfigurationen") über die menschenähnlichen Asadi eines anderen Planeten. Mit dem Briten Ian Watson schrieb er per Brief "Under Heaven's Bridge" (1981), nach Bishop die erste transatlantische Zusammenarbeit der Science-Fiction. Den Nebula Award gewann er zweimal, für die Erzählung "The Quickening" und für "No Enemy But Time" (1982, "Nur die Zeit zum Feind"), in dem sich ein Afroamerikaner in das Afrika des Pleistozäns träumt; der Roman verzichtet darauf, die Zeitreise technisch zu erklären. Es folgte "Who Made Stevie Crye?" (1984, "Die Alpträume der Stevie Crye"), ein Gegenwartsroman aus dem ländlichen Süden, in dem die Schreibmaschine einer jungen Witwe ihre Albträume niederschreibt; "Ancient of Days" (1985, "Das Herz eines Helden") erzählt von einem der letzten Homo habilis, der im heutigen Georgia entdeckt wird, und "Unicorn Mountain" (1988, "Die Einhorn-Berge") über einen an Aids sterbenden Mann erhielt den Mythopoeic Award. Für "Brittle Innings" (1994, "Brüchige Siege") bekam er den Locus Award; 20th Century Fox sicherte sich 1993 die Filmrechte und kaufte sie 1995 ganz, verfilmt wurde der Roman bislang nicht. Mit Paul Di Filippo schrieb er unter dem gemeinsamen Pseudonym Philip Lawson zwei Kriminalromane. Die Rolle der Religion im Alltag zieht sich durch viele seiner Texte; als Leser gegen die Novelle "The Gospel According to Gamaliel Crucis" (1983) protestierten, verteidigte Isaac Asimov sie in einem Editorial. Von 1996 bis 2012 lehrte Bishop als Writer in Residence am LaGrange College. Er starb am 13. November 2023.

Geboren
12. November 1945
Gestorben
13. November 2023
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher