Michael Chabon

155.000 Dollar Vorschuss brachte Michael Chabon ein Roman ein, den er als Abschlussarbeit geschrieben hatte. Sein Professor an der University of California in Irvine, MacDonald Harris, hatte das Manuskript ohne sein Wissen einem Agenten gegeben; "The Mysteries of Pittsburgh" (1988, "Die Geheimnisse von Pittsburgh") wurde ein Bestseller. Geboren am 24. Mai 1963 in Washington, D.C., tippte er mit zehn Jahren seine erste Geschichte, "Sherlock Holmes meets Captain Nemo". Comics brachte ihm der Vater mit; der Großvater hatte in einer New Yorker Druckerei gearbeitet, in der Comics gedruckt wurden. Nach einem Jahr an der Carnegie Mellon University studierte er in Pittsburgh bei Chuck Kinder und schloss 1984 mit dem Bachelor ab. Fünf Jahre arbeitete er danach an "Fountain City", einem Roman über einen Architekten, der in Florida ein vollkommenes Baseballstadion bauen will, und gab ihn auf. Die Erfahrung ging in "Wonder Boys" (1995) ein, dessen Held seit Jahren an einem ausufernden Roman schreibt; Curtis Hanson verfilmte das Buch 2000 mit Michael Douglas. Der Kritiker Jonathan Yardley lobte "Wonder Boys" und forderte doch, Chabon solle die Ich-Perspektive verlassen und größere Welten erkunden; Chabon nahm sich das nach eigener Aussage zu Herzen. Wiedergefundene Comics aus der Kindheit und die Erzählungen des Vaters über Amerika um die Jahrhundertmitte brachten ihn auf "The Amazing Adventures of Kavalier & Clay" (2000, "Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay") über zwei jüdische Cousins, die in den frühen 1940er Jahren einen Comichelden erfinden, den Eskapisten. Der Roman erhielt 2001 den Pulitzer-Preis; Geschichten um den Eskapisten erschienen ab 2004 als Comicreihe bei Dark Horse und gewannen 2005 den Eisner Award. Nach dem Kinderbuch "Summerland" (2002, "Sommerland") verband Chabon Literatur mit Genreformen, in der Sherlock-Holmes-Novelle "The Final Solution" (2004, "Das letzte Rätsel") und in "The Yiddish Policemen's Union" (2007, "Die Vereinigung jiddischer Polizisten"), einem Kriminalroman in einer anderen Geschichte, in der europäische Juden in Alaska siedeln. Das Buch gewann den Sidewise Award, den Nebula und 2008 den Hugo Award. Er lese zur Unterhaltung und schreibe, um zu unterhalten, erklärte er 2005. Er lieferte einen Entwurf zu "Spider-Man 2" (2004), von dem etwa ein Drittel verwendet wurde, 2014 schrieb er an neun der elf Songs von Mark Ronsons Album "Uptown Special" mit, und 2019 wurde er Showrunner von "Star Trek: Picard". Sein bislang letzter Roman ist "Moonglow" (2016), eine romanhafte Erinnerung an den Großvater mütterlicherseits.

Geboren
24. Mai 1963
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher