Michael Crichton
Michael Crichton begann 1960 in Harvard mit Englisch als Hauptfach und stellte dort einen Professor auf die Probe, der ihn nach seinem Eindruck zu schlecht benotete: Er reichte einen Aufsatz von George Orwell unter eigenem Namen ein. Der Aufsatz kam mit einem B-minus zurück, und Crichton wechselte zur biologischen Anthropologie, in der er 1964 summa cum laude abschloss. Geboren war er am 23. Oktober 1942 in Chicago, aufgewachsen in Roslyn auf Long Island; mit 16 Jahren hatte er in der New York Times einen Artikel über eine Reise zum Sunset Crater veröffentlicht. Während des Medizinstudiums an der Harvard Medical School schrieb er 1965 einen ersten Roman, der 1966 unter dem Namen John Lange erschien. Als künftiger Arzt wollte er nicht, dass Patienten fürchteten, in seinen Büchern vorzukommen. Unter dem Pseudonym Jeffery Hudson folgte 1968 der Medizinthriller „A Case of Need“ („Die Intrige“), der 1969 den Edgar Award erhielt. Der erste Roman unter eigenem Namen, „The Andromeda Strain“ (1969, deutsch „Andromeda“), machte ihn zum Bestsellerautor; angeregt hatte ihn Len Deightons „The IPCRESS File“, das er während des Studiums in England gelesen hatte. 1969 schloss Crichton auch das Medizinstudium ab und ging an das Salk Institute in La Jolla. Eine Zulassung als Arzt erwarb er nie. 1973 schrieb und inszenierte er „Westworld“, den ersten Spielfilm mit computererzeugten 2D-Bildern. Aus einem Pilotdrehbuch von 1974, in dem er Erfahrungen aus seiner ärztlichen Tätigkeit verarbeitet hatte, wurde zwanzig Jahre später die Serie „Emergency Room - Die Notaufnahme“, die 1996 den Emmy als beste Dramaserie gewann. „Jurassic Park“ (1990) begann 1983 als Drehbuch über einen Doktoranden, der einen Dinosaurier wiedererschafft. Steven Spielberg verfilmte den Roman 1993, und 2002 erhielt eine in China entdeckte Dinosaurierart den Namen Crichtonsaurus, begründet mit der Popularität, die Roman und Filme den Dinosauriern verschafft hatten. In „Timeline“ (1999, deutsch „Timeline - Eine Reise in die Mitte der Zeit“) reisen Fachleute ins Mittelalter, „Prey“ (2002, deutsch „Beute“) handelt von Nanotechnologie, und „Next“ (2006) war der letzte Roman, der zu seinen Lebzeiten erschien. Crichton starb am 4. November 2008 in Los Angeles; seine Bücher wurden weltweit über 200 Millionen Mal verkauft. Aus dem Nachlass erschienen unter anderem „Micro“ (2011), von Richard Preston nach Crichtons Notizen vollendet, und „Dragon Teeth“ (2017, deutsch „Dragon Teeth - Wie alles begann“), ein Roman, den er schon 1974 geschrieben hatte.