Mohsin Hamid

Drei Monate im Jahr durfte Mohsin Hamid als Unternehmensberater bei McKinsey in New York freinehmen, um zu schreiben, und in dieser Zeit stellte er seinen ersten Roman fertig. Den ersten Entwurf hatte er in Princeton für eine Schreibwerkstatt von Toni Morrison verfasst. Hamid, geboren 1971, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in den USA und ging dann in Lahore zur Schule. Mit achtzehn kehrte er zum Studium in die USA zurück, schloss 1993 in Princeton mit Auszeichnung ab, wo er bei Joyce Carol Oates und Toni Morrison lernte, und studierte danach in Harvard. 2001 zog er nach London, eigentlich für ein Jahr, und blieb acht. 2004 ging er zur Markenberatung Wolff Olins, an nur drei Tagen die Woche, um Zeit zum Schreiben zu behalten; er leitete später das Londoner Büro und wurde 2015 ihr erster Chief Storytelling Officer. "Moth Smoke" (2000, deutsch "Nachtschmetterlinge") wurde in Pakistan und Indien schnell zum Kultbuch und kam in die Endrunde des PEN/Hemingway Award. Der Roman arbeitet mit mehreren Stimmen, Gerichtsszenen in der zweiten Person und Essays etwa über die Rolle der Klimaanlage. Anita Desai sah in ihm eines der ersten Bilder jener neuen Welt aus Drogenhandel und neuem Geld. "The Reluctant Fundamentalist" (2007, deutsch "Der Fundamentalist, der keiner sein wollte") erzählt als Monolog eines Pakistaners, der sich an einen nie hörbaren amerikanischen Zuhörer wendet; als Vorbild nannte Hamid "Der Fall" von Albert Camus. Das Buch verkaufte sich international eine Million Mal, stand auf der Shortlist des Booker Prize und gewann den Anisfield-Wolf Book Award. Zur Kürze sagte er, lieber lese man sein Buch zweimal als nur zur Hälfte. "How to Get Filthy Rich in Rising Asia" (2013, deutsch "So wirst du stinkreich im boomenden Asien") leiht sich die Form des Ratgebers und spricht seinen Helden in der zweiten Person an; Michiko Kakutani sah darin Hamids Platz unter den erfindungsreichsten Autoren seiner Generation bestätigt. Daneben schrieb er Essays und Artikel, etwa für The Guardian und The New York Times, veröffentlichte das Sachbuch "Discontent and Its Civilisations" (2014), und Foreign Policy nahm ihn 2013 unter die 100 führenden globalen Denker auf. "Exit West" (2017, deutsch "Exit West") folgt dem Paar Nadia und Saeed in einer Zeit, in der Migration die Welt erfasst; der Roman kam auf die Shortlist des Booker Prize und gewann den Aspen Words Literary Prize. 2018 wurde Hamid Fellow der Royal Society of Literature und in Pakistan mit dem Sitara-i-Imtiaz geehrt. Zuletzt erschien "The Last White Man" (2022, deutsch "Der letzte weiße Mann").

Geboren
1971-07-23

Bücher