Octavia E. Butler

Mit etwa zwölf Jahren sah Octavia E. Butler im Fernsehen den Film "Devil Girl from Mars", und 1998 erzählte sie am MIT, was sie dabei nacheinander dachte: "Mensch, ich kann eine bessere Geschichte schreiben als die." Dann: "Mensch, jeder kann eine bessere Geschichte schreiben als die." Und schließlich: "Irgendjemand ist dafür bezahlt worden, diese schreckliche Geschichte zu schreiben." Ein Jahr später, sagte sie, verschickte sie schreckliche Erzählungen an ahnungslose Magazine. Geboren wurde sie am 22. Juni 1947 in Pasadena, Kalifornien. Ihr Vater, ein Schuhputzer, starb, als sie drei war; ihre Mutter arbeitete als Hausangestellte. Butler beschrieb sich selbst als ausgesprochen schüchternes Kind, das viel Zeit allein in der Bibliothek verbrachte. Über den Antrieb ihrer Bücher sagte sie, sie habe über Macht zu schreiben begonnen, weil sie selbst so wenig davon hatte. 1968 machte sie am Pasadena City College ihren Associate-Abschluss in Geschichte und besuchte Schreibkurse der UCLA Extension. Harlan Ellison ermutigte sie, sich auf Erzählungen und Romane zu verlegen, überredete sie zum Clarion Science Fiction Writers' Workshop und beteiligte sich an der Anmeldegebühr; dort traf sie Samuel R. Delany, mit dem sie lebenslang befreundet blieb, und verkaufte ihre ersten Geschichten. Bis 1978 hielt sie sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. 1976 erschien "Patternmaster", der erste Band der Patternist-Reihe; es folgten "Mind of My Mind" (1977), "Survivor" (1978, deutsch "Alanna"), "Wild Seed" (1980, "Wilde Saat") und "Clay's Ark" (1984). Der wirtschaftliche Durchbruch kam 1979 mit "Kindred", von da an konnte sie vom Schreiben leben. Die Xenogenesis-Trilogie, auf Deutsch "Die Genhändler", erschien zwischen 1987 und 1989: "Dawn" ("Dämmerung"), "Adulthood Rites" ("Rituale") und "Imago". 1993 und 1998 folgten "Parable of the Sower" und "Parable of the Talents". Für die Erzählung "Speech Sounds" bekam sie 1984 den Hugo Award, für "Bloodchild" 1985 Hugo, Nebula und Locus Award; "Parable of the Talents" brachte ihr 1999 den Nebula für den besten Roman. 1995 erhielt sie als erste Science-Fiction-Autorin ein MacArthur Fellowship. Sie zog nach Lake Forest Park bei Seattle und starb dort am 24. Februar 2006 mit 58 Jahren. 2021 benannte die NASA eine Landestelle auf dem Mars nach ihr: Octavia E. Butler Landing.

Geboren
22. Juni 1947
Gestorben
24. Februar 2006
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher