Olaf Stapledon

1930 fand Arthur C. Clarke in der öffentlichen Bibliothek von Minehead "Last and First Men", das gerade erschienen war, und kein Buch, schrieb er später, habe seine Vorstellungskraft je so stark beeinflusst. Olaf Stapledon erzählt darin eine Geschichte der Zukunft über achtzehn aufeinanderfolgende Menschenarten und zwei Milliarden Jahre, im ganzen Sonnensystem. Geboren wurde William Olaf Stapledon am 10. Mai 1886 in Wallasey in der Grafschaft Cheshire; seine ersten sechs Lebensjahre verbrachte er in Port Said in Ägypten. Er studierte Neuere Geschichte am Balliol College in Oxford, war kurz Lehrer, arbeitete von 1910 bis 1912 in Reedereibüros in Liverpool und Port Said und danach für die Workers' Educational Association in Liverpool. Im Ersten Weltkrieg fuhr er von Juli 1915 bis Januar 1919 Krankenwagen für die Friends' Ambulance Unit in Frankreich und Belgien und erhielt das Croix de Guerre für Tapferkeit. An der Universität Liverpool wurde er in Philosophie promoviert, dort unterrichtete er neben Philosophie auch englische Literatur, Industriegeschichte und Psychologie. Aus der Dissertation wurde sein erstes Prosabuch, "A Modern Theory of Ethics" (1929). Bald wandte er sich der erzählenden Literatur zu, in der Hoffnung, seine Gedanken einem größeren Publikum nahezubringen, und nach den günstigen Kritiken zu "Last and First Men" beschloss er, nur noch zu schreiben. "Star Maker" (1937) weitet die Geschichte der Menschheit zu einer Geschichte des Universums aus und enthält die erste bekannte Beschreibung dessen, was man heute Dyson-Sphäre nennt; Freeman Dyson hat den Roman als Quelle der Idee genannt und hielt "Stapledon-Sphäre" für den passenderen Namen. "Sirius" (1944) erzählt von einem Hund, dessen Intelligenz auf die eines Menschen gesteigert wird, und gilt heute neben "Last and First Men" als sein einflussreichstes Werk. Ein Übergeist, der aus vielen einzelnen Bewusstseinen besteht, kehrt in seinen Büchern als Idee immer wieder. Beeinflusst hat er unter anderem Clarke, Brian Aldiss, Stanisław Lem und Vernor Vinge. C. S. Lewis nannte ihn "a corking good writer", schrieb seine Raumfahrttrilogie aber zum Teil als Antwort auf das, was er in Stapledons Philosophie als Amoral sah. Stapledon starb am 6. September 1950 in Caldy, 2014 wurde er in die Science Fiction and Fantasy Hall of Fame aufgenommen.

Geboren
10. Mai 1886
Gestorben
6. September 1950

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