Oliver Lange
Auf den Büchern stand Oliver Lange, doch ihr Autor hieß John Warren Wadleigh (1927 bis 2013). Er wurde in Hell's Kitchen in Manhattan geboren und wuchs dort auf. Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, trat er in die Armee ein; später studierte er an der Columbia University, wo der Schriftsteller und Lehrer John Richard Humphreys sein Freund und Mentor wurde. 1958 erschien sein erster Roman, "The Bitter Passion", schon unter dem Pseudonym; Lange arbeitete damals als redaktioneller Assistent beim New Yorker. Bald darauf ging er aus Sehnsucht nach der Wildnis nach Santa Fe in New Mexico. Dort gründete er mit den Schriftstellern Oliver LaFarge und Spud Johnson die Kunstzeitschrift Pasatiempo, für die er als Kunstkritiker schrieb. Rund 50 Romane schrieb Lange, 13 davon erschienen, die meisten Actionthriller. Trotz reißerischer Stoffe und betont männlicher Erzählhaltung wurden die Bücher gut aufgenommen, und die Kritik lobte oft sein Schreiben. Am bekanntesten wurde "Vandenberg" (1971), eine Geschichte aus naher Zukunft im Kalten Krieg: Sie handelt von Flüchtigen in der Wildnis New Mexicos nach einer erfolgreichen Invasion der Sowjets in den USA. Der Titelheld teilt mehrere Züge mit seinem Autor, er ist Veteran des Zweiten Weltkriegs, Maler und ein erfahrener Überlebenskünstler. Die Taschenbuchausgabe von Bantam Books verglich Vandenberg mit der Figur Galt aus Ayn Rands "Atlas Shrugged". Auf Deutsch erschien der Roman 1973 als "Vandenberg oder als die Russen Amerika besetzten" bei von Schröder, übersetzt von Herbert Schlüter, später bei Heyne. Einige Handlungselemente nahmen John Milius' Film "Red Dawn" von 1984 vorweg, und Lange nahm dem Film diese ungenannten Ähnlichkeiten übel. Ende der 1980er Jahre zog er nach Friday Harbor in Washington, dann nach Bandon in Oregon, wo er starb.
- Geboren
- 14. Dezember 1927
- Gestorben
- 24. September 2013
- Nationalität
- Vereinigte Staaten