Paul Blaha
Von der Theaterkritik über die Direktion des Wiener Volkstheaters führte Paul Blahas Weg zu den Romanen, die er in den 1990er Jahren veröffentlichte. Der erste davon, "Schöne freie Welt", erschien 1991 bei Langen Müller und stand 1992 auf der Nominierungsliste des Kurd-Laßwitz-Preises. Geboren wurde Blaha am 17. April 1925 in Maribor. Er schrieb Theaterkritiken, etwa für den späteren Express und für Die Furche, und arbeitete ab 1961 für den Kurier, dessen Kulturressort er später leitete. 1978 erhielt er den Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis. Von 1979 bis 1987 war er Direktor des Volkstheaters in Wien. Er betrieb auch die bauliche Renovierung des Hauses und erweiterte dessen klassischen Schwerpunkt, das Volksstück, um Auftragswerke, Entertainerabende und Spektakel wie "Merlin" und "Ghetto". 1981 richtete er in der Kellerbühne des Wiener Konzerthauses, frei geworden durch den Auszug des Ensemble Theaters, das VT-Studio als zusätzliche Spielstätte ein. Nach "Schöne freie Welt" veröffentlichte er bei Haymon die Romane "Die Hinterbliebenen" (1994) und "Recherche" (1996). Im selben Jahr erschien in der Edition Splitter seine Novelle "Das Eingemachte" mit Zeichnungen von Adolf Frohner. 1998 gründete Blaha das Künstlerforum Plattform Kultur, dem unter anderen die Schauspieler Rudolf Buczolich und Erika Pluhar und der Schriftsteller Robert Schindel beitraten. Ebenfalls 1998 bekam er den Kulturpreis des Landes Burgenland, 2001 den Preis der Stadt Wien für Volksbildung; geehrt wurde er außerdem mit dem Theodor-Körner-Preis für Literatur und dem Berufstitel Professor. Er starb 2002 in Wien. 2025 kam "Recherche" in seiner Geburtsstadt Maribor auf Slowenisch heraus, als "Iskanje sledi".
- Geboren
- 17. April 1925
- Gestorben
- 1. Oktober 2002
- Nationalität
- Österreich