Peter Watts
Als Peter Watts seinen Roman "Blindsight" im Netz verschenkte, verdreifachte sich in der Woche darauf dessen Verkauf. Er hält das für die Rettung seiner Laufbahn: Es habe das Buch aus der Vergessenheit geholt, zu der es sonst verurteilt gewesen wäre. Fünf seiner Romane stehen unter einer freien Creative-Commons-Lizenz. Geboren wurde Watts am 25. Januar 1958 in Calgary, und vor dem Schreiben stand die Wissenschaft. Er studierte Meeresbiologie an der University of Guelph, wo er 1980 den Bachelor und 1983 den Master erwarb, und promovierte 1991 an der University of British Columbia am Institut für Zoologie und Ressourcenökologie. Danach hatte er mehrere Stellen in Forschung und Lehre inne und arbeitete als Meeressäugerbiologe; zu veröffentlichen begann er ungefähr zu der Zeit, als er sein Studium abschloss. Sein erster Roman, "Starfish" (1999), auf Deutsch "Abgrund", geht auf seine eigene Kurzgeschichte "A Niche" von 1990 zurück und übernimmt von dort Lenie Clarke, eine Arbeiterin an einem Tiefseekraftwerk, deren Körper für das Leben unter Wasser umgebaut wurde. Sie trägt auch die Folgebände "Maelstrom" (2001) und "βehemoth", der 2004 und 2005 aus kommerziellen Gründen in zwei Teilen erschien, auf Deutsch aber in einem Band unter dem Titel "Wellen". Zusammen heißen die drei Bücher die Rifters-Trilogie, nach den für die Arbeit in der Tiefsee umgebauten Menschen. "Blindsight" kam im Oktober 2006 und steht in keinem Zusammenhang mit den Büchern davor. Der Roman wurde für den Hugo Award nominiert; Charles Stross beschrieb ihn als Erstkontaktgeschichte aus der Sicht eines untoten posthumanen Besatzungsmitglieds an Bord eines Raumschiffs, dessen Kapitän ein Vampir ist. 2010 erhielt Watts den Hugo Award für die Erzählung "The Island", 2014 folgte "Echopraxia", das zeitgleich zu "Blindsight" auf der Erde und anderswo spielt. Watts hat auch in anderen Medien gearbeitet, später für Crytek als Autor und Gestaltungsberater an "Crysis 2"; der Creative Director von "BioShock 2" nennt sein Werk als Einfluss. Ins Deutsche übersetzt ihn Sara Riffel, die 2009 für "Blindflug" den Kurd-Laßwitz-Preis für die beste Übersetzung erhielt.
- Geboren
- 25. Januar 1958
- Nationalität
- Kanada