Philip K. Dick
In der Abschlussklasse der Berkeley High School saßen 1947 zwei künftige Science-Fiction-Autoren, ohne voneinander zu wissen: Philip K. Dick und Ursula K. Le Guin. Dick war am 16. Dezember 1928 in Chicago zur Welt gekommen, sechs Wochen vor dem errechneten Termin. Sein Vater arbeitete als Ermittler im Landwirtschaftsministerium; als der Junge fünf war, trennten sich die Eltern, und er zog mit der Mutter nach Washington. Dort vermerkte ein Lehrer an der John Eaton Elementary School, der Schüler zeige "Interesse und die Fähigkeit zum Geschichtenerzählen". 1938 kehrten beide nach Kalifornien zurück. Bis 1952 arbeitete Dick in einem Schallplattenladen und moderierte klassische Musik im Radio. Im selben Jahr verkaufte er seine erste Kurzgeschichte. Er las unablässig über Religion, Philosophie und Gnosis, studierte kurz Germanistik, und beides schlug sich in seinen Büchern nieder, bis hin zu deutschen Redewendungen mitten im Text. Seine Romane außerhalb des Genres brachte er nicht unter. Die Literaturagentur, bei der sie lagen, gab ihm sämtliche Entwürfe zurück; von den Arbeiten dieser Jahre erschien zu seinen Lebzeiten nur "Confessions of a Crap Artist", geschrieben 1959, gedruckt 1975. Innerhalb der Science-Fiction dagegen wurde er früh wahrgenommen: 1962 erschien "The Man in the High Castle", die Geschichte eines Amerika, das den Zweiten Weltkrieg verloren hat, und brachte ihm den Hugo Award. 1974 folgte der John W. Campbell Award für "Flow My Tears, The Policeman Said". Insgesamt schrieb Dick 43 Romane und 118 Kurzgeschichten, in denen es weniger um Technik geht als um moralische Fragen und um das Verhalten von Menschen in alternativen Welten. Ab 1974 versuchte Dick jahrelang, eine Reihe eigener Erfahrungen zu deuten, die er als Lichterscheinungen und Bilder beschrieb. Aus dieser Arbeit gingen seine letzten drei Romane hervor, "VALIS", "Die göttliche Invasion" und "Die Wiedergeburt des Timothy Archer". United Artists kaufte die Rechte an "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?". Dick war in Ridley Scotts Verfilmung eingebunden und sah einzelne Szenen; die Premiere von "Blade Runner" im Juni 1982 erlebte er nicht mehr. Er starb am 2. März 1982 in Santa Ana. Im selben Jahr wurde der Philip K. Dick Award gestiftet, 2005 kam er in die Science Fiction Hall of Fame, und 2017 wurde ein Asteroid nach ihm benannt.
- Geboren
- 16. Dezember 1928
- Gestorben
- 2. März 1982
- Nationalität
- Vereinigte Staaten
Bücher
- Auf dem Alphamond
- Blade Runner
- Das Orakel vom Berge
- Der dunkle Schirm
- Der galaktische Topfheiler
- Der unmögliche Planet
- Die drei Stigmata des Palmer Eldritch
- Die göttliche Invasion
- Die Lincoln-Maschine
- Die Valis-Trilogie - Valis, Die göttliche Invasion, Die Wiedergeburt des Timothy Archer
- Die Wiedergeburt des Timothy Archer
- Eine andere Welt
- Irrgarten des Todes
- Marsianischer Zeitsturz
- Nach der Bombe
- Simulacra
- Ubik
- Valis
- Warte auf das letzte Jahr
- Wie man ein Universum baut
- Zeit aus den Fugen