Philip Reeve

Drei Jahre bevor die erste Wanderstadt in Druck ging, brachte Philip Reeve eine Behörde auf die Bühne, die Kekse verbietet. "The Ministry of Biscuits", ein dystopisches Musical, das er 1998 mit Brian Mitchell schrieb, stellt dem Nachkriegslondon ein Ministerium zur Seite, das die Kekse kontrolliert und die Idee des Kekses gleich mit; wer etwas Verziertes isst, macht sich strafbar. Das Stück lief unter anderem 1999 beim Edinburgh Fringe Festival. Geboren am 28. Februar 1966 in Brighton, studierte Reeve Illustration, erst am Cambridgeshire College of Arts and Technology, dann am Brighton Polytechnic. Bevor er als Illustrator arbeitete, stand er mehrere Jahre in einer Brightoner Buchhandlung; nebenher schrieb und spielte er in Comedy-Programmen, eine der Gruppen hieß The Charles Atlas Sisters. Als Zeichner lieferte er Illustrationen für Bände der Reihen "Horrible Histories" und "Murderous Maths". An "Mortal Engines" saß er mehr als zehn Jahre. Die ersten Einfälle stammen von 1989 oder 1990, das Buch erschien 2001, und dazwischen schrieb Reeve nebenbei, zwischen Illustrationsaufträgen, bis er sicher genug war, um die Auftragsarbeit zurückzufahren. Der Roman folgt Tom Natsworthy und Hester Shaw durch eine gesetzlose Welt nach der Katastrophe, in der ganze Städte sich bewegen; in den Vereinigten Staaten erschien die Reihe als "Hungry City Chronicles". Das erste Buch bekam den Nestlé Smarties Book Prize und stand auf der Auswahlliste des Whitbread Book Award. Aus einem Band wurden vier: "Predator's Gold" 2003, "Infernal Devices" 2005, "A Darkling Plain" 2006. Für den Schlussband erhielt Reeve den Guardian Children's Fiction Prize, der an dieselbe Person nur einmal vergeben wird. 2007 kam "Here Lies Arthur" heraus, eine andere Fassung der Artussage, für die ihm die britischen Bibliothekare die Carnegie Medal zusprachen. Parallel entstand die Larklight-Trilogie, Steampunk im Weltraum. 2009 begann er mit "Fever Crumb" eine Vorgeschichte zu den Wanderstädten; 2020 sagte er, einen vierten Band werde er nicht mehr schreiben, dafür sei zu viel Zeit vergangen. Geplant hat Reeve seine Bücher nie: Er beginnt nach eigener Auskunft mit einem Anfangsbild, einem Schlussbild und ein paar vagen Vorstellungen dazwischen, verwirft ganze Entwürfe und baut aus ihnen die Endfassung. Seit 2013 entstehen zusammen mit Sarah McIntyre reich illustrierte Kinderbücher, das erste, "Oliver and the Seawigs", bekam den UKLA Award. Reeve lebt im Dartmoor. Mit seiner Frau Sarah dreht er dort unter dem Namen Bonehill Films eigene Filme, darunter "Gwenevere" von 2023.

Geboren
28. Februar 1966
Nationalität
Vereinigtes Königreich

Bücher