Philip Roth

In „The Plot Against America“ (2004, deutsch „Verschwörung gegen Amerika“) gewinnt der Flieger Charles Lindbergh 1940 die Präsidentschaftswahl, und die Vereinigten Staaten verständigen sich mit Hitlers Deutschland. Philip Roth schrieb darin neben der Geschichte des Landes auch seine eigene Lebensgeschichte um. Der Roman erhielt 2005 den Sidewise Award für alternative Geschichte; im selben Jahr enthüllte Newark ein Straßenschild mit Roths Namen an der Ecke von Summit und Keer Avenue, wo er einen großen Teil seiner Kindheit verbracht hatte, einem wichtigen Schauplatz des Romans. Roth wurde am 19. März 1933 in Newark geboren und wuchs im Stadtteil Weequahic auf. Nach einem Jahr an der Rutgers University wechselte er an die Bucknell University in Pennsylvania und gründete dort 1952 mit zwei Kommilitonen die Literaturzeitschrift Et cetera. 1955 schloss er an der University of Chicago mit dem Master in englischer Literatur ab und unterrichtete im Schreibprogramm der Universität. Der Kurzroman „Goodbye, Columbus“ erschien 1958 in der Paris Review und wurde 1959 Titelstück seines ersten Buchs, das 1960 den National Book Award erhielt. Zehn Jahre später machte ihn der Bestseller „Portnoy’s Complaint“ (1969, deutsch „Portnoys Beschwerden“) weithin bekannt, ein Monolog über Sexualität und Schuldgefühle eines amerikanischen Juden. Auf den Spuren Franz Kafkas reiste Roth ab 1972 jährlich nach Prag, bis ihm 1977 die Einreise verweigert wurde. Er hatte Kontakt zu Ivan Klíma, Milan Kundera und Ludvík Vaculík und gab bei Penguin die Reihe „Writers from the Other Europe“ heraus. Mit „The Ghost Writer“ (1979, deutsch „Der Ghost-Writer“) machte er den jüdischen Schriftsteller Nathan Zuckerman, sein Alter Ego, zum dauerhaften Protagonisten; die Figur begleitete sein Werk durch zwei Trilogien und mehrere Einzelromane. Den zweiten National Book Award erhielt er für „Sabbath’s Theater“ (1995, deutsch „Sabbaths Theater“), den Pulitzer-Preis 1998 für „American Pastoral“ (1997, deutsch „Amerikanisches Idyll“), den ersten Band seiner amerikanischen Trilogie. 2001 bekam er in Prag als Erster den Franz-Kafka-Preis, 2007 erhielt er als bis dahin einziger Autor zum dritten Mal den PEN/Faulkner Award. „Nemesis“ (2010) war sein letztes Buch: Im Oktober 2012 erklärte Roth dem französischen Magazin Les Inrockuptibles, er werde nicht mehr schreiben. Er starb am 22. Mai 2018 in New York.

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