Rainer Fuhrmann

Rainer Fuhrmann, geboren am 11. September 1940 in Berlin, erlernte den Beruf des Drehers, arbeitete als Mechaniker, erwarb den Meisterbrief als Mechanikermeister und brach ein Studium der Maschinenbautechnologie ab, um mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Er war wissenschaftlich-technischer Mitarbeiter und Konstrukteur, bevor er 1980 freischaffender Schriftsteller wurde; viele Jahre seines Berufslebens verbrachte er in der Orthopädietechnik. 1977 erschien im Verlag Das Neue Berlin sein Roman "Homo sapiens 10⁻²": Durch das Experiment eines gewissenlosen Wissenschaftlers wird eine Gruppe von Menschen miniaturisiert, bis sie an die Grenzen der Physik stößt. Zufällig war fast zeitgleich, 1976, mit Alexander Krögers "Expedition Mikro" ein Buch mit ganz ähnlicher Thematik herausgekommen. "Das Raumschiff aus der Steinzeit" (1978) ist ein Beispiel für den Einfluss der Prä-Astronautik in der Science-Fiction der DDR. Im Planetenabenteuer "Planet der Sirenen" (1981) geraten irdische Raumfahrer angesichts einer fremden Zivilisation an den Rand ihrer Belastbarkeit. "Die Untersuchung" (1984) führt einen Detektiv auf den Saturnmond Titan und ist zugleich Krimi und Science-Fiction, Entwicklungsroman und Dystopie; in "Medusa" (1985) entsteht nach einem Experiment aus menschlichem Gewebe ein denkendes Wesen. Beide brachte Heyne 1991 und 1992 als Westausgaben heraus. Für die Reihe Blaulicht schrieb Fuhrmann Kriminalerzählungen, darunter "Herzstillstand" (1981) und "Kantharidin" (1985). Fuhrmann starb am 3. November 1990 in Berlin. Sechs Jahre später erschien bei Heyne "Kairos": Zwei Besucher von der Erde erreichen nach jahrelangem Flug eine menschliche Kolonie auf dem Planeten Kairos, die seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr zur Erde hat, nach dem Muster des real existierenden Sozialismus organisiert ist und von einer kleinen Clique beherrscht wird; dort werden immer weniger Kinder geboren.

Geboren
11. September 1940
Gestorben
3. November 1990
Nationalität
Deutschland

Bücher