Ray Bradbury
Für "Fahrenheit 451" mietete Ray Bradbury in der Powell Library der University of California in Los Angeles eine Schreibmaschine, zehn Cent die halbe Stunde; der Roman von rund 50000 Wörtern kostete ihn 9,80 Dollar Miete. Er erweiterte darin "The Fireman", eine Erzählung, die im Februar 1951 in Galaxy Science Fiction erschienen war. Den Titel hatte er vom Feuerwehrchef von Los Angeles, der ihm sagte, dass Buchpapier bei 451 Grad Fahrenheit brennt. Das Buch erschien 1953. Geboren wurde er am 22. August 1920 in Waukegan, Illinois; das Waukegan der 1920er Jahre kehrt in seinen Geschichten als Green Town wieder, etwa in "Dandelion Wine". 1934 zog die Familie nach Los Angeles. In der Carnegie Library von Waukegan hatte er Wells, Verne und Poe gelesen, ein College besuchte er nie: Nach der Highschool, sagte er, sei er zehn Jahre lang dreimal die Woche in die Bibliothek gegangen. Mit 16 schloss er sich der Los Angeles Science Fiction Society an; dort lernte er Robert A. Heinlein, Leigh Brackett und Henry Kuttner kennen. Seine erste Erzählung, "Hollerbochen's Dilemma", erschien im Januar 1938 in Forrest J. Ackermans Fanzine Imagination!, bezahlt wurde er zum ersten Mal für "Pendulum", mit Henry Hasse geschrieben und im November 1941 in Super Science Stories gedruckt. Mit 24 war er hauptberuflicher Schriftsteller. 1947 erschien bei Arkham House sein erster Erzählband, "Dark Carnival", und im selben Jahr kam "Homecoming" in die Auswahl der O. Henry Award Stories; der junge Truman Capote, damals Redaktionsassistent bei Mademoiselle, hatte das Manuskript aus dem Stapel unverlangter Einsendungen gezogen. "The Martian Chronicles" (1950) entstand, als ein Lektor bei Doubleday ihn fragte, ob sich seine Erzählungen zu einem Buch verbinden ließen, und den Titel vorschlug. Science-Fiction nannte Bradbury das nicht: Er habe nur ein Science-Fiction-Buch geschrieben, "Fahrenheit 451", die Mars-Chroniken seien Fantasy. 1953 holte ihn John Huston für das Drehbuch zu "Moby Dick", und in der zweiten Hälfte der 1980er und Anfang der 1990er Jahre moderierte er im Fernsehen "The Ray Bradbury Theater" nach seinen Erzählungen. "Bibliotheken haben mich großgezogen", sagte er, und er sammelte Geld, um mehrere in Kalifornien, denen Kürzungen drohten, vor der Schließung zu bewahren. 2007 würdigte ihn die Pulitzer-Jury mit einer besonderen Auszeichnung. Bradbury starb am 5. Juni 2012 in Los Angeles, seine Bibliothek vermachte er der Stadtbibliothek von Waukegan. Die NASA benannte die Landestelle des Rovers Curiosity auf dem Mars nach ihm "Bradbury Landing".
- Geboren
- 22. August 1920
- Gestorben
- 5. Juni 2012
- Nationalität
- Vereinigte Staaten