Rebecca Campbell
In einer verfallenden Universitätsbibliothek in Victoria beginnen ein Professor und eine Bibliothekarin, die vom Wasser bedrohte Sammlung seltener Bücher aufzulösen und an Freiwillige in ganz Kanada zu verschicken: So setzt „Arboreality“ ein, Rebecca Campbells Band aus sechs zusammenhängenden Geschichten. Sie spielen auf oder nahe Vancouver Island zwischen etwa 2050 und 2100 und erzählen, wie eine Gemeinschaft eine Klimakatastrophe übersteht. Die 1975 geborene Kanadierin stand 2016 mit der Kurzgeschichte „The Glad Hosts“ in der Endauswahl des Sunburst Award, 2020 gewann sie ihn in derselben Kategorie mit „The Fourth Trimester Is the Strangest“. „An Important Failure“, im August 2020 in Clarkesworld erschienen, erzählt von einer Geige aus dem Holz einer illegal geschlagenen Sitka-Fichte; der Text erhielt 2021 den Theodore Sturgeon Memorial Award und war im selben Jahr für den Aurora Award nominiert. „Arboreality“ kam 2022 bei Stelliform Press heraus und nahm „An Important Failure“ auf. Dana McFarland verglich in der British Columbia Review die Eingangsszene mit dem Schluss von Ray Bradburys „Fahrenheit 451“, Brett Josef Grubisic schrieb in Quill and Quire von einer Novelle in Geschichten, deren Erzählweise über Zeit und Raum springe. Der Band war für den Philip K. Dick Award nominiert und erhielt 2023 den mit 25.000 Dollar dotierten Ursula K. Le Guin Prize for Fiction. 2025 erschien er in der Übersetzung von Barbara Slawig als „Arborealität“ bei Carcosa.