Robert Anton Wilson
Beworben wurde "Illuminatus!" als "Märchen für Paranoiker", und gedacht war die Trilogie, die Robert Anton Wilson mit Robert Shea schrieb, als Spott auf das Denken in Verschwörungen. Viel von ihrem sonderbareren Stoff fanden die beiden in Leserbriefen an den Playboy, dessen Rubrik Forum sie als Redakteure betreuten. Die drei Bände, "The Eye in the Pyramid", "The Golden Apple" und "Leviathan", erschienen 1975. Geboren wurde er als Robert Edward Wilson am 18. Januar 1932 in Brooklyn. Nach katholischen Grundschulen besuchte er die Brooklyn Technical High School und begeisterte sich dort für Ezra Pound und James Joyce, für die Science-Fiction von Olaf Stapledon, Robert A. Heinlein und Theodore Sturgeon und für die allgemeine Semantik Alfred Korzybskis. Er studierte Elektrotechnik und Mathematik am Brooklyn Polytechnic Institute, dann Englisch für das Lehramt an der New York University, ohne an einer der beiden einen Abschluss zu machen. Für seine Schriften nahm er den Vornamen seines Großvaters mütterlicherseits an, Anton; "Edward" wollte er sich für den großen amerikanischen Roman aufheben. Er arbeitete als freier Journalist und Werbetexter, gab ab 1962 die Zeitschrift Balanced Living mit heraus und war von 1965 bis 1971 Redakteur beim Playboy; er kündigte, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Mit Timothy Leary war er befreundet und veröffentlichte mit ihm 1978 "Neuropolitics". Beim Playboy nahm er Kontakt zu Kerry Thornley auf, einem der Gründer des Diskordianismus, und trug mit seinen Schriften und Interviews dazu bei, diese Pseudoreligion bekannt zu machen. 1968 gerieten Wilson und Shea am Rande des Parteitags der Demokraten bei Protestkundgebungen unter Tränengas. Sie überarbeiteten gerade "Illuminatus!", und die Erlebnisse gingen in das Buch ein. Vollständig wollte der Verlag das Werk nicht drucken, und nach einem Streit mit Wilson erschien nur eine gekürzte Fassung. Ken Campbell machte daraus ein zehnstündiges Theaterstück, und 1986 wurde die Trilogie in die Prometheus Hall of Fame aufgenommen. Sein wiederkehrendes Thema ist die Relativität der Wahrheit: Mit Berufung auf Korzybski betonte er, dass unsere Vorstellungen von der Welt nur Annäherungen sind, und seine Leser wollte er nach eigenen Worten zu einem Agnostizismus bringen, der nicht nur Gott betrifft, sondern alles. Seine Dissertation an der Paideia University arbeitete er zu "Prometheus Rising" (1983) um. Von 1982 bis 1988 lebte er in Irland. Wilson starb am 11. Januar 2007 in Capitola bei Santa Cruz, Kalifornien.
- Geboren
- 1932-01-18
- Gestorben
- 2007-01-11
- Nationalität
- Vereinigte Staaten