Robert Louis Stevenson
Als Robert Louis Stevenson 1881 in einem Cottage in Braemar seinem Stiefsohn Lloyd beim Malen half, zeichnete er die Karte einer Insel. Deren Gestalt, schrieb er später, habe seine Phantasie außerordentlich angeregt, und er nannte das Blatt "Die Schatzinsel". Daraus wurde sein erster Roman: "Treasure Island" lief ab Ende 1881 unter dem Pseudonym Captain George North in der Jugendzeitschrift Young Folks und fand wenig Beachtung. Als Buch erschien er 1883 bei Cassell in London, auf Deutsch als "Die Schatzinsel", und wurde ein Bestseller, nach wenigen Jahren mit 75.000 verkauften Exemplaren. Leuchttürme waren das Geschäft der Familie. Geboren am 13. November 1850 in Edinburgh als Sohn des Leuchtturmingenieurs Thomas Stevenson, begann er 1867 ein Ingenieurstudium und mied die Vorlesungen, wo er konnte; auf den Inspektionsreisen zu den Bauten der Familie bis nach Wick, Orkney und Shetland reizte ihn der Stoff mehr als die Technik. Im April 1871 eröffnete er dem Vater, er wolle Schriftsteller werden. Zur Absicherung studierte er Jura und wurde 1875 als Advokat zugelassen; praktiziert hat er nie. Seinen ersten bezahlten Essay brachte Sidney Colvin in The Portfolio unter. Eine Kanufahrt durch Belgien und Frankreich wurde sein erstes Reisebuch, "An Inland Voyage" (1878), eine Wanderung "Travels with a Donkey in the Cévennes" (1879). 1879 reiste er Fanny Van de Grift Osbourne, die er in Grez-sur-Loing kennengelernt hatte, nach Kalifornien nach; 1880 heirateten sie. In Bournemouth lebte er ab 1884 im Haus "Skerryvore", benannt nach einem Leuchtturm seines Onkels Alan. Dort schrieb er "Kidnapped" (1886), auf Deutsch "Entführt", und "Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde" (1886), auf Deutsch "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde", das ihn weithin bekannt machte. Der Stoff ging auf den Edinburgher Kunsttischler Deacon Brodie zurück, tags ein geachteter Handwerker, nachts ein Verbrecher, den er mit dem Dichter William Ernest Henley schon für die Bühne bearbeitet hatte; die Idee kam ihm nach eigenen Angaben nach einem Albtraum. 1888 brach er mit der Familie auf dem Schoner Casco von San Francisco in die Südsee auf, 1890 ließ er sich auf Samoa nieder. Die Samoaner nannten ihn Tusitala, Erzähler von Geschichten, und seine Übersetzung von "The Bottle Imp" (1891) war das erste literarische Werk in samoanischer Sprache. Er starb am 3. Dezember 1894 in Vailima, 44 Jahre alt; "Weir of Hermiston", das er für sein bestes Werk hielt, blieb unvollendet. 2018 stand er unter den meistübersetzten Autoren der Welt auf Platz 26, knapp hinter Charles Dickens.
- Geboren
- 13. November 1850
- Gestorben
- 3. Dezember 1894