Robert Silverberg
Vier Jahre lang schrieb Robert Silverberg nach eigener Zählung eine Million Wörter im Jahr. Zwischen 1956 und 1959 erschienen im Schnitt fünf seiner Geschichten pro Monat, allein 1958 über achtzig, meist in Magazinen und in den Doppelbänden des Verlags Ace. Er war Anfang zwanzig und hatte gerade sein Studium der englischen Literatur an der Columbia University abgeschlossen. Geboren wurde er am 15. Januar 1935 in Brooklyn. Er las von Kindheit an unersättlich und schickte schon als Jugendlicher Erzählungen an Science-Fiction-Magazine; sein erstes Buch, der Jugendroman "Revolt on Alpha C", erschien 1955, noch während des Studiums. Kurz darauf bekam er den Hugo Award als vielversprechendster neuer Autor. Oft arbeitete er mit Randall Garrett zusammen, der damals sein Nachbar war; was dabei entstand, erschien unter mehreren Namen, am bekanntesten Robert Randall. 1959 brach der Markt für Science-Fiction ein, und Silverberg schrieb, was sich verkaufte: historische Sachbücher, Kriminalromane, populäre Psychologie unter dem Namen L. T. Woodward, M.D., und rund zweihundert erotische Romane als Don Elliott. In einem Interview von 2000 erklärte er das ohne Umschweife: Mit sechsundzwanzig habe er hohe Schulden für ein Haus gehabt, die mit Science-Fiction nicht abzutragen gewesen wären; verheimlicht habe er nichts davon, es sei ein Beruf gewesen, und er habe ihn gut ausgeübt. Zurück zur Science-Fiction holte ihn Frederik Pohl, der damals drei Magazine herausgab und ihm freie Hand anbot; was danach entstand, hat mit dem Frühwerk wenig gemein. "To Open the Sky" handelt von einer neuen Religion, die den Menschen den Weg zu den Sternen öffnet, "Downward to the Earth" von einem ehemaligen irdischen Verwalter, der auf die inzwischen freigegebene Welt zurückkehrt, "The World Inside" von einer überbevölkerten Zukunft. "Dying Inside", auf Deutsch "Es stirbt in mir", erzählt von einem Telepathen, der seine Gabe verliert. 1969 bekam Silverberg den Hugo Award für die Novelle "Nightwings", dazu fünf Nebula Awards, darunter 1975 für "Born with the Dead". Nach einem Brand in seinem Haus zog er 1972 von New York an die Westküste, und 1975 erklärte er seinen Rückzug vom Schreiben. Er hielt fünf Jahre: 1980 kehrte er mit "Lord Valentine's Castle" zurück, auf Deutsch "Krieg der Träume", einem Abenteuer auf dem Planeten Majipoor, aus dem eine ganze Reihe wurde; "Valentine Pontifex" und "The Mountains of Majipoor" gehören dazu. In zwei weiteren Romanen nahm er sich des Gilgamesch-Epos an, der erste, "Gilgamesh the King", erschien 1984. 1999 wurde Silverberg in die Science Fiction Hall of Fame aufgenommen, 2004 ernannten ihn die Science Fiction and Fantasy Writers of America zum Grand Master. Er lebt in der San Francisco Bay Area.
- Geboren
- 15. Januar 1935
- Nationalität
- Vereinigte Staaten