Roger Zelazny

1980 wählte die CIA ein nie verfilmtes Drehbuch nach Roger Zelaznys Roman "Lord of Light" (1967, deutsch "Herr des Lichts"), um im Iran die Dreharbeiten zu einem Film namens "Argo" vorzutäuschen, und schleuste so sechs amerikanische Botschaftsangehörige aus dem Land, die der Erstürmung der Botschaft entkommen waren. Zelazny erfuhr nie davon: Bill Clinton machte die Aktion erst 1997 öffentlich, zwei Jahre nach Zelaznys Tod. Geboren am 13. Mai 1937 in Euclid, Ohio, schloss er 1962 an der Columbia University ein Studium des elisabethanischen und jakobäischen Dramas mit dem Master ab. Bis 1969 arbeitete er für die Sozialversicherung in Cleveland und später in Baltimore und schrieb abends Science-Fiction, planvoll von der kurzen Erzählung über Novelette und Novelle bis zum Roman. Am 1. Mai 1969 kündigte er, um vom Schreiben zu leben. Aufmerksamkeit fand er zuerst mit "A Rose for Ecclesiastes" (1963) im Magazine of Fantasy and Science Fiction. Mit Samuel R. Delany, Thomas Disch, Harlan Ellison und John T. Sladek zählt er zur amerikanischen New Wave, und Algis Budrys nannte ihn 1967 unter ihren Anführern. Zelazny gewann sechsmal den Hugo Award und dreimal den Nebula Award, den ersten Hugo 1966 für "...And Call Me Conrad", als Buch "This Immortal", gleichauf mit Frank Herberts "Dune", einen weiteren 1968 für "Lord of Light". Er schrieb auch unter dem Pseudonym Harrison Denmark. Seine Geschichten holen oft Gestalten aus Mythen in moderne oder künftige Welten: "Lord of Light" die hinduistische Mythologie, erzählt im Stil einer mythischen Fantasy auf einem kolonisierten Planeten, "A Night in the Lonesome October" (1993, deutsch "Der Clan der Magier") den Cthulhu-Mythos. Am bekanntesten wurden die zehn Bände der "Chroniken von Amber". Seine Kampfkünste, darunter Aikido, das er mit schwarzem Gürtel auch unterrichtete, gab er seinen Figuren mit, ebenso das Rauchen, bis er Anfang der 1980er Jahre aufhörte; danach rauchten auch seine Figuren nicht mehr. Ab 1975 lebte er in Santa Fe, wo er am 14. Juni 1995 starb. Neil Gaiman nannte ihn den Autor, der ihn am meisten beeinflusst habe, und Andrzej Sapkowski sah in ihm seinen geistigen Lehrer.

Geboren
13. Mai 1937
Gestorben
14. Juni 1995
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher