Sheri S. Tepper
Ihren ersten Roman veröffentlichte Sheri S. Tepper mit über 50. Zehn Jahre lang hatte sie sich als alleinerziehende Mutter zweier Kinder mit den verschiedensten Stellen durchgeschlagen, wie sie später sagte, darunter eine als Bürokraft bei der Hilfsorganisation CARE. Geboren wurde sie am 16. Juli 1929 als Shirley Stewart Douglas in der Nähe von Littleton, Colorado. Als Kind las sie A. Merritt und C. S. Lewis, die Oz-Bücher von Frank Baum, "The Night Land" von William Hope Hodgson und "Islandia" von Austin Tappan Wright. "Das waren die Bücher, zu denen ich immer wieder zurückkehrte", sagte sie später darüber. Von 1962 bis 1986 arbeitete sie für Rocky Mountain Planned Parenthood, eine Einrichtung für Familienplanung in Denver, zuletzt als deren Geschäftsführerin. Gedichte und Kindergeschichten hatte sie schon früh unter dem Namen Sheri S. Eberhart veröffentlicht, dann eine Pause eingelegt. Mitte der achtziger Jahre erschienen ihre ersten Science-Fiction-Romane, darunter "The Revenants" (1984) und die Bücher der Reihe True Game. Es folgten "The Gate to Women's Country" (1988) und "Grass" (1989), später "Beauty" (1991), das 1992 den Locus Award gewann, "Shadow's End" (1994), "The Family Tree" (1997), "Six Moon Dance" (1998), "Singer from the Sea" (1999), "The Visitor" (2002), "The Companions" (2003) und "The Margarets" (2007). Neben ihrem eigenen Namen führte sie drei weitere: als A. J. Orde und als B. J. Oliphant schrieb sie Kriminalromane, als E. E. Horlak einen Ausflug ins Horrorgenre. Bekannt ist Tepper für ihre feministische Science-Fiction, die Gesellschaft, Geschlechterverhältnisse und Gleichheit ebenso verhandelt wie Theologie und Ökologie; oft als Ökofeministin bezeichnet, zog sie für sich selbst die Bezeichnung Ökohumanistin vor. Bücher wie "Grass", "Beauty", "The Family Tree" und "Singer from the Sea" zählen zur Klimafiktion, weil dort die Veränderung einer Umwelt das Leben der Siedler bestimmt oder umgekehrt. 1998 betrieb sie eine Gästeranch bei Santa Fe, New Mexico. Im selben Jahr trat sie als Ehrengast bei der feministischen Tagung WisCon auf, ihr erster und möglicherweise einziger Auftritt auf einer Science-Fiction-Tagung. Im November 2015 erhielt sie den World Fantasy Award für ihr Lebenswerk. Sie starb am 22. Oktober 2016 in Santa Fe.
- Geboren
- 16. Juli 1929
- Gestorben
- 22. Oktober 2016
- Nationalität
- Vereinigte Staaten