Sibylle Berg
Rund 50 Verlage hatten das Manuskript abgelehnt, bevor Reclam Leipzig 1997 "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" herausbrachte, den ersten Roman von Sibylle Berg. Die Kritik nahm ihn gemischt auf, verkauft wurde er mehr als 100.000 Mal, und 1999 hatte am Theater Rampe in Stuttgart eine Bühnenfassung von Stephan Bruckmeier Premiere. Es folgten Romane bei wechselnden Verlagen, darunter "Amerika" (1999), "Ende gut" (2004) bei Kiepenheuer & Witsch und bei Hanser "Der Mann schläft" (2009), "Vielen Dank für das Leben" (2012) und "Der Tag, als meine Frau einen Mann fand" (2015). Auf Lesereisen lässt sich Berg meist von Schauspielern und Musikern begleiten, 2012 etwa von Katja Riemann und Matthias Brandt. Den bisher größten Verkaufserfolg brachte 2019 "GRM. Brainfuck" bei Kiepenheuer & Witsch, ein Science-Fiction-Roman über vier seelisch verwahrloste Jugendliche im Großbritannien einer nahen dystopischen Zukunft. Er erhielt den Schweizer Buchpreis 2019 und erschien 2022 als "Grime" auf Englisch. Aus Gesprächen mit Wissenschaftlern und Fachleuten, die bei der Vorbereitung entstanden, wurde 2020 der Band "Nerds retten die Welt". "RCE. RemoteCodeExecution" (2022) stieg als höchster Neueinsteiger der Woche auf Platz 14 der Spiegel-Bestsellerliste ein, und "PNR: La Bella Vita" (2025) schloss die Trilogie ab. Für das Theater hat Berg 32 Stücke geschrieben, oft über Jahre mit denselben Regisseuren. Niklaus Helblings Bochumer Inszenierung von "Helges Leben" (2000) wurde zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen; seit 2013 arbeitet Berg mit Sebastian Nübling am Maxim Gorki Theater in Berlin. Das erste gemeinsame Stück dort, "Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen" (2013), wählte Theater heute zum Stück des Jahres 2014, und "Und dann kam Mirna" erhielt 2015 den Friedrich-Luft-Preis als beste Berliner und Potsdamer Aufführung des Jahres. 2021 brachte Nübling auch "GRM" auf die Bühne. Im März 2013 führte Berg in Stuttgart mit Hasko Weber erstmals selbst Co-Regie. Ab Januar 2011 schrieb Berg für Spiegel Online die Kolumne "Fragen Sie Frau Sibylle"; seit 2013 lehrt Berg Dramaturgie an der Zürcher Hochschule der Künste. Seit 2024 ist Berg Mitglied des Europäischen Parlaments.
- Geboren
- 2. Juni 1962