Simon Stålenhag
Die Schauplätze der Bilder von Simon Stålenhag wurden die Grundlage einer Fernsehserie: Am 3. April 2020 veröffentlichte Amazon "Tales from the Loop", acht Folgen nach Drehbüchern von Nathaniel Halpern, jede mit eigener Regie, darunter Mark Romanek, Andrew Stanton und Jodie Foster. Im März 2025 folgte bei Netflix der Film "The Electric State"; die Filmrechte hatten 2017 die Brüder Russo erworben. Stålenhag, geboren am 20. Januar 1984, wuchs in Mälaröarna auf, einer ländlichen Gegend bei Stockholm, und zeichnete schon früh die Landschaft um sich, angeregt unter anderem von Lars Jonsson. Zur Science-Fiction kam er über die Konzeptkünstler Ralph McQuarrie und Syd Mead, zunächst als Nebenprojekt ohne Plan. Die Verbindung von Kindheit und Science-Fiction führt er selbst auf eine empfundene Distanz zum Erwachsensein zurück; die Science-Fiction solle Aufmerksamkeit wecken und die Stimmung prägen. So stehen riesige Roboter und Megastrukturen neben Volvos und Saabs. Hinter den Bildern entstand eine Geschichte um eine unterirdische Regierungsanlage, in der parallel zum Niedergang des schwedischen Wohlfahrtsstaats große Maschinen langsam versagen. Der einzige Unterschied zwischen seiner Welt und unserer, sagte er 2013 der Website The Verge, liege darin, dass Einstellungen und Budgets seit dem frühen 20. Jahrhundert viel stärker Wissenschaft und Technik gegolten hätten. Er malt digital mit einem Wacom-Tablett, im Stil der Ölmalerei, und beginnt meist mit eigenen Fotos und groben Skizzen. Aus den zunächst online gezeigten Bildern wurden die erzählenden Kunstbücher "Tales from the Loop" (2014) und "Things from the Flood" (2016), beide um den Bau des Teilchenbeschleunigers Loop; für "Tales from the Loop" erhielt er 2021 den Kurd-Laßwitz-Preis. "The Electric State", finanziert über Kickstarter, verlegt die Handlung in den Westen der USA: Eine Jugendliche durchquert mit einem Roboter den erfundenen Staat Pacifica. Die britische Ausgabe von 2018 stand 2019 unter den sechs Finalisten des Arthur C. Clarke Award. Es folgten "The Labyrinth" (2020, deutsch "Das Labyrinth") und "Swedish Machines" (2025) über Männlichkeit, Sexualität und Zeit in einem anderen Mälaröarna; auf Deutsch erscheinen die Bücher bei Fischer Tor. Daneben zeichnete er 28 Dinosaurierbilder für das Schwedische Naturhistorische Museum und 2016 Bilder eines steigenden Meeres für das Stockholm Resilience Centre. 2016 begann die Finanzierung eines Rollenspiels nach "Tales from the Loop", und als Musiker veröffentlichte er 2018 das Album "Music for DOS".
- Geboren
- 1984-01-20