Sofia Samatar
Ihren ersten Roman begann Sofia Samatar im heutigen Südsudan, wo sie nach dem Studium drei Jahre lang Englisch unterrichtete, bevor sie neun Jahre in Ägypten lehrte. In "A Stranger in Olondria" bildete sie auch ihre damalige Lage ab: Sie hatte Swahili und Arabisch studiert und stand nun der lebendigen Kultur des Sudan und Ägyptens gegenüber. Geboren am 24. Oktober 1971 in Indiana, schloss sie 1994 am Goshen College mit dem Bachelor ab und erwarb 1997 an der University of Wisconsin-Madison einen Master in afrikanischen Sprachen und Literatur. 2013 promovierte sie dort in arabischer Literatur, mit einer Dissertation über den sudanesischen Dichter At-Tayyib Salih. Heute lehrt sie als Associate Professor Englisch an der James Madison University. Zu ihren wichtigsten literarischen Einflüssen zählen Ernest Hemingway, James Joyce, Virginia Woolf, William Faulkner, Rainer Maria Rilke und die somalische Mythologie. "A Stranger in Olondria" erschien bei Small Beer Press. Der Roman erzählt von Jevick, dem Sohn eines Pfefferhändlers, der nach dem Tod des Vaters auf der jährlichen Handelsreise nach Olondria kommt, in das Land seiner Sehnsucht, in dem Bücher alltägliche Gegenstände sind; dort verfolgt ihn der Geist eines Mädchens. Zentrale Themen sind Sprache und Erzählung und die Begegnung mit einer Kultur, die Jevick nur aus Büchern kannte. 2014 gewann der Roman den World Fantasy Award, den British Fantasy Award und den William L. Crawford Fantasy Award, für den Nebula Award war er nominiert. Samatar erhielt 2014 auch den John W. Campbell Award als beste neue Autorin. 2016 folgte der Begleitroman "The Winged Histories". Seit 2012, beginnend mit "The Nazir", veröffentlichte sie über zwei Dutzend Kurzgeschichten, unter anderem in Strange Horizons, Clarkesworld und Apex; eine Auswahl enthält die Sammlung "Tender" (2017). "Selkie Stories Are for Losers" war für den Hugo und den Nebula Award nominiert. Bei der Zeitschrift Interfictions war sie Mitherausgeberin für Sachliteratur und Lyrik. Mit ihrem Bruder, dem Künstler Del Samatar, veröffentlichte sie 2018 "Monster Portraits", Prosagedichte zu Bildern fantastischer Ungeheuer. 2022 erschien ihr erstes Sachbuch, "The White Mosque", ein Memoir über eine Reise nach Usbekistan auf der Suche nach den Anhängern von Claas Epp Jr., dem Anführer einer religiösen Randgruppe; es kam 2023 in die Endauswahl des PEN/Jean Stein Book Award. Die Novelle "The Practice, the Horizon, and the Chain" (2024) kam 2025 in die Endauswahl des Hugo Award und des Philip K. Dick Award.
- Geboren
- 24. Oktober 1971
- Nationalität
- Vereinigte Staaten