Stanley G. Weinbaum

Gleich seine erste Science-Fiction-Geschichte wurde für Stanley G. Weinbaum ein großer Erfolg. "A Martian Odyssey" erschien im Juli 1934 in Wonder Stories und stellte mit Tweel einen Außerirdischen vor, der sympathisch und doch entschieden nicht menschlich ist. Isaac Asimov nannte sie eine vollkommene Campbell-Geschichte vor Campbell: Tweel sei vielleicht das erste Geschöpf der Science-Fiction, das John W. Campbells Forderung erfülle, ein Wesen zu schreiben, das so gut denkt wie ein Mensch oder besser, aber nicht wie ein Mensch. Für Asimov gehörte sie zu nur drei Geschichten, die verändert haben, wie alle späteren der Gattung geschrieben wurden. Die Science Fiction Writers of America nahmen sie als älteste Geschichte in "The Science Fiction Hall of Fame" auf. Weinbaum wurde am 4. April 1902 in Louisville in Kentucky geboren und wuchs in Milwaukee auf. An der University of Wisconsin in Madison studierte er ab 1920 zunächst Chemieingenieurwesen, dann Englisch. Er legte für einen Freund eine Prüfung ab, das wurde entdeckt, und 1923 verließ er die Universität ohne Abschluss. 1933 verkaufte er den Liebesroman "The Lady Dances" an King Features Syndicate, das ihn Anfang 1934 in seinen Zeitungen in Fortsetzungen brachte. Anfang der 1930er Jahre hatte er sich den Milwaukee Fictioneers angeschlossen, einer Science-Fiction-Fangruppe um den Autor Ralph Milne Farley, und sich unter dessen Einfluss den Pulp-Magazinen zugewandt. Nach "A Martian Odyssey" erschienen in kurzer Folge elf weitere Geschichten, zu seinen Lebzeiten meist in Astounding und Wonder Stories. Weinbaum starb am 14. Dezember 1935; er schrieb zuletzt am Roman "Three Who Danced". Seine Witwe Margaret Kay brachte die übrigen Werke heraus und übergab den Nachlass der Temple University in Philadelphia. "The Adaptive Ultimate" wurde 1957 als "She Devil" verfilmt. Deutsch erschien 1970 bei Heyne ein Band mit Erzählungen unter dem Titel "Mars-Odyssee". Lester del Rey schrieb, Weinbaum habe mehr als jeder andere geholfen, das Feld aus der Flaute der frühen dreißiger Jahre in die Anfänge der modernen Science-Fiction zu führen. Frederik Pohl sah das Neue darin, dass seine Außerirdischen andere Triebe, Ziele und Denkweisen hatten als Menschen, und Asimov meinte, hätte Weinbaum länger gelebt, stünde er sicher an der Spitze der beliebtesten Science-Fiction-Autoren. Everett F. Bleiler hielt den Ruf dagegen für überschätzt: lebhafter im Stil als die Zeitgenossen, im Kern aber gewöhnliche Pulp-Literatur. 1973 wurde ein Marskrater nach ihm benannt, 2008 erhielt er postum den Cordwainer Smith Rediscovery Award.

Geboren
4. April 1902
Gestorben
14. Dezember 1935
Nationalität
Vereinigte Staaten

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