Sterling E. Lanier

Mehr als zwanzig Verlage hatten Frank Herberts "Dune" abgelehnt, als Sterling E. Lanier 1965 maßgeblich dazu beitrug, seinen Arbeitgeber Chilton Books von der Veröffentlichung zu überzeugen. Lanier, dort Lektor, hatte "Dune World" in der Zeitschrift Analog gelesen, den Autor ausfindig gemacht und ihm das Angebot überbracht. Später entließ ihn Chilton, wegen hoher Kosten der Veröffentlichung und schwacher erster Verkäufe. Lanier kam 1927 in New York zur Welt. Er diente im Zweiten Weltkrieg, schloss 1951 in Harvard mit dem Bachelor in Englisch ab, diente im Koreakrieg und studierte an der University of Pennsylvania Archäologie und Anthropologie. Von 1958 bis 1960 forschte er als Historiker am Winterthur Museum in Delaware, danach arbeitete er als Lektor für Verlage in Philadelphia, darunter die John C. Winston Company und Chilton. Seine erste Erzählung, "Join Our Gang?", erschien 1961 in Analog. Später folgten die Geschichten um Brigadier Ffellowes, gesammelt in "The Peculiar Exploits of Brigadier Ffellowes" (1971) und "The Curious Quests of Brigadier Ffellowes" (1986). Darin erzählt der Brigadier seinen staunenden Zuhörern von angeblichen Begegnungen mit Sagengestalten und Fabelwesen, in der Tradition von Lord Dunsanys Jorkens-Geschichten; als Vorbilder nannte Lanier Arthur Conan Doyles Brigadier Gerard und William Hope Hodgsons Carnacki. Für die Kryptozoologie interessierte er sich sein Leben lang. Die Erzählung "A Father's Tale" (1974) war für den World Fantasy Award nominiert. Sein bekanntestes Buch ist "Hiero's Journey" (1973), deutsch "Hieros Reise": Jahrtausende nach einem Atomkrieg reist der paranormal begabte Hiero Desteen auf einem mutierten Riesenelch aus dem Norden Amerikas zu vergessenen Städten an der Atlantikküste, wo Computer das verlorene Wissen der Menschheit bewahren sollen. Für viele Kenner sei es "einer der farbigsten und phantasievollsten Romane der siebziger Jahre", urteilte das Lexikon der Science Fiction Literatur, und Gary Gygax nannte es in seinem Appendix N unter den Werken, die Dungeons & Dragons beeinflusst haben. 1983 folgte "The Unforsaken Hiero", deutsch "Der unvergessene Hiero". Nach 1967 lebte Lanier nicht vom Schreiben, sondern als Kunsthandwerker, der Schmuck und vor allem Miniaturfiguren fertigte, meist von Tieren; als Bildhauer war er Autodidakt. Zu seinen Arbeiten gehörte eine Reihe von Figuren aus Tolkiens "Der Herr der Ringe", und einen Satz davon erhielt Tolkien selbst, mit dem Lanier im Briefwechsel stand. Sterling E. Lanier starb am 28. Juni 2007 mit 79 Jahren in Sarasota, Florida.

Geboren
18. Dezember 1927
Gestorben
28. Juni 2007
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher