Terry Bisson
Dass „They're Made Out of Meat“ im Internet weite Kreise zog, fand Terry Bisson schmeichelhaft. Die Geschichte, 1991 in Omni erschienen, auf Deutsch „Sie sind aus Fleisch“, besteht nur aus dem Dialog zweier Wesen, die schneller als das Licht reisen und von Lebensformen erfahren, die ganz aus Fleisch sind; am Ende erklären sie das Sonnensystem für unbewohnt. Zitiert wurde sie in kognitionswissenschaftlichen, kosmologischen und philosophischen Arbeiten. Terry Ballantine Bisson wurde am 12. Februar 1942 in Madisonville, Kentucky, geboren und wuchs in Owensboro auf. Nach dem Grinnell College in Iowa schloss er 1964 an der University of Louisville ab. In den 1960er Jahren schrieb er mit Clark Dimond Comicgeschichten und gab für Major Publications das Horror-Comicmagazin „Web of Horror“ heraus, das er vor der vierten Ausgabe verließ. Ab 1981 lebte er vom Schreiben. Sein erster Roman „Wyrldmaker“ (1981) war von James Blishs „The Seedling Stars“ beeinflusst. „Talking Man“ (1986) erzählt von einem Zauberer im Süden der USA; Orson Scott Card zählte das Buch zu den besten Science-Fiction-Büchern des Jahres 1986. „Fire on the Mountain“ (1988) entwirft eine alternative Geschichte, in der John Browns Überfall auf Harpers Ferry 1859 gelingt und einen Sklavenaufstand auslöst. Später erschienen unter anderem „Voyage to the Red Planet“ (1990), auf Deutsch „Mars Live“, „Pirates of the Universe“ (1996) und „The Pickup Artist“ (2001). „Bears Discover Fire“ erschien im August 1990 in Isaac Asimov's Science Fiction Magazine: Bären haben das Feuer entdeckt und sitzen an Lagerfeuern auf den Mittelstreifen der Highways im Westen Kentuckys. Die Geschichte gewann den Hugo, den Nebula und den Locus Award und gab 1993 dem Erzählband „Bears Discover Fire and Other Stories“ den Titel, auf Deutsch 1998 bei Heyne als „Die Bären entdecken das Feuer“. 1996 adaptierte er die ersten beiden Amber-Romane von Roger Zelazny als Comics, 1997 stellte er „Saint Leibowitz and the Wild Horse Woman“ fertig, den unvollendeten Roman des 1996 gestorbenen Walter M. Miller Jr. und die Fortsetzung von „A Canticle for Leibowitz“. Er schrieb Romane zu Filmen wie „Johnny Mnemonic“ (1995), „The Fifth Element“ (1997), deutsch „Das fünfte Element“, und „Galaxy Quest“ (1999), für Locus von 2004 bis 2007 und von 2011 bis 2014 die Kolumne „This Month in History“. 2012 erschien der Roman „Any Day Now“. Bisson starb am 10. Januar 2024.