Theo Löbsack
Für seine Fähigkeit, verwickelte naturwissenschaftliche Zusammenhänge für Laien verständlich darzustellen, wurde Theo Löbsack mehrfach geehrt, gelegentlich heftig kritisiert dagegen für seinen Pessimismus über den Menschen als Gehirnwesen, dem er das Aussterben innerhalb von acht bis zwölf Generationen voraussagte. Theodor Georg Löbsack, geboren am 19. Oktober 1923 in Thale, wuchs als ältester Sohn eines Hotelbesitzers im Harz auf. Nach der Oberrealschule in Quedlinburg studierte er Naturwissenschaften in Halle und Jena und promovierte 1948 in Halle mit einer Arbeit zur Hormonphysiologie. In dieser Zeit war er auch als Leichtathlet für den Hamburger SV aktiv. Bis 1958 war er Redakteur der populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Kristall", dann zog er an den Bodensee und arbeitete nur noch freiberuflich. Er schrieb populärwissenschaftliche Bücher, Erzählungen, Zeitungsartikel, Radioreportagen und Hörspiele zu Medizin und Biologie, vor allem zu Umweltproblemen; seine Sachbücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. 1965 war er Gründungsmitglied des Kollegiums der Medizinjournalisten. Schon 1953 erschien sein Jugendbuch "Zwei auf Unterwasserjagd". Löbsack tauchte und segelte selbst und gehörte zu den Gründern des Deutschen Unterwasser-Clubs. Auf "Der Atem der Erde" (1957) folgten Bücher wie "Versuch und Irrtum. Der Mensch: Fehlschlag der Natur" (1974) und "Die letzten Jahre der Menschheit" (1983); zu Rachel Carsons "Der stumme Frühling" schrieb er 1962 das Vorwort. 1992 kam im Umschau-Verlag sein Roman "Der Unfall" heraus, 1999 die Novelle "Das Gesicht". Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis 1968, der Silbernen Wilhelm-Bölsche-Medaille 1969, dem Glaxo-Preis für Europäische Wissenschaftspublizisten 1971, dem Umschau-Preis 1979 und dem Europäischen Umweltpreis 1989. Er starb am 6. September 2001 in Überlingen.
- Geboren
- 19. Oktober 1923
- Nationalität
- Deutschland