Thomas Lehr
Bevor Thomas Lehr freier Schriftsteller wurde, studierte er von 1979 bis 1983 in West-Berlin Biochemie und arbeitete danach als Programmierer an der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. Zur Welt kam er am 22. November 1957 in Speyer. Sein Roman "Zweiwasser oder Die Bibliothek der Gnade" erschien bei Rütten und Loening, 1995 folgte bei Aufbau "Die Erhörung", 1999 dort "Nabokovs Katze". Im Jahr darauf sprach ihm Richard Anders, der erste Träger des Wolfgang-Koeppen-Preises der Hansestadt Greifswald, diese Auszeichnung zu. Lehr habe von "Zweiwasser" an "sprachmächtig in der Nachfolge jener Moderne weiter geschrieben", hieß es in der Begründung, und in "Nabokovs Katze" verwiesen seine literarischen Mittel auf Schnitt- und Überblendungstechniken des Films. Drei seiner Bücher standen auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises: "42" im Jahr 2005, "September. Fata Morgana" 2010 und "Schlafende Sonne" 2017. Für "Schlafende Sonne" erhielt er 2018 den Literaturpreis der Stadt Bremen, im selben Jahr auch den Kranichsteiner Literaturpreis und den Spycher: Literaturpreis Leuk. Vorher waren unter anderem 1994 der Rauriser Literaturpreis, 2011 der Berliner Literaturpreis, 2012 der Marie Luise Kaschnitz-Preis und 2015 der Joseph-Breitbach-Preis gekommen. Im Sommersemester 2011 hatte Lehr an der FU Berlin die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik inne, 2011/2012 war er Stadtschreiber von Bergen. 2002 wurde er Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Im Mai 2012 berief ihn die Akademie der Künste in Berlin, 2016 wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz und im Herbst 2018 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt erschienen bei Hanser "Manfred. Bekenntnisse eines Außerirdischen" (2023) und bei Wallstein "Kafkas Schere" (2024).
- Geboren
- 22. November 1957
- Nationalität
- Deutschland