Thomas R. P. Mielke

Als Ausgleich zu seiner Arbeit in der Werbung schrieb Thomas R. P. Mielke nebenbei Krimis, Science-Fiction und historische Romane. Drei Jahrzehnte lang war er Kreativdirektor in internationalen Werbeagenturen, prägte Slogans wie "Berlin tut gut" und "Mach's mit" für die erste Anti-AIDS-Kampagne und gilt aus seiner Zeit in der Generaldirektion von Ferrero in Pino Torinese als Miterfinder des Kinder-Überraschungseis. Mielke wurde am 12. März 1940 in Detmold geboren, wuchs als Sohn eines Pastors im Ostharz und später in Rostock auf und kam mit 15 Jahren allein in den Westen. Er verbrachte seine Jugendjahre in Jugendlagern, als Schiffsschmied und als Gärtner, bevor er als Texter und Konzeptionierer zu arbeiten begann. Sein erster Science-Fiction-Roman, "Unternehmen Dämmerung", erschien 1961 unter dem Pseudonym Mike Parnell; er veröffentlichte unter weiteren Pseudonymen wie Michael C. Chester, Roy Marcus, Marc McMan und Marcus T. Orban, unter dem von 1966 an die meisten seiner Hefte für Zauberkreis Science Fiction erschienen. Zwei dieser Hefte, "Von Menschen gejagt" (1970) und "Die Stadt in den Sternen" (1971), erschienen 1992 und 1993 unter demselben Titel in der Reihe Unterwegs in die Welt von Morgen bei Das Beste. Die Initialen seiner zweiten und dritten Vornamen deutete Mielke scherzhaft als "Reine Phantasie", seit den 1970er Jahren eine Art Markenzeichen unter seinen Lesern. Mitte der 1970er Jahre entwickelte er mit Rolf W. Liersch das Konzept der Serie Die Terranauten. Für "Das Sakriversum" (1983, Untertitel "Der Roman einer Kathedrale") erhielt er 1984 den Kurd-Laßwitz-Preis als bester deutscher Science-Fiction-Roman des Jahres 1983, 1986 den SFCD-Literaturpreis für "Der Tag, an dem die Mauer brach" (1985), der einen unerwartet friedlichen Mauerfall und die Wiedervereinigung zum Thema hat. Der Stern schrieb dazu, die Berliner Mauer sei kein Thema und werde es in den nächsten 25 Jahren auch nicht werden. Von 1988 an erschienen auch historische Romane, darunter "Gilgamesch. König von Uruk" (1988), der 2010, von dem Goethe-Institut-Preisträger Nabil Haffar ins Arabische übersetzt, in Syrien und anderen arabischen Ländern erschien. 2002 legte er mit "Orlando furioso" die erste vollständige deutsche Prosafassung von Ludovico Ariostos Versepos vor, 2016 wurde die Prosafassung mit dem Deutschen Fantasy Preis ausgezeichnet. Nach Stationen in Husum, Hamburg und Turin lebte Mielke über Jahrzehnte in Berlin; er starb am 31. August 2020 in Bernau bei Berlin.

Geboren
12. März 1940
Gestorben
31. August 2020
Nationalität
Deutschland

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