Tim Powers

Für "Declare", einen Spionageroman, der die Ereignisse um den Cambridge-Spionagering in ein neues Licht rückt, machte sich Tim Powers nach eigenen Worten eine eiserne Regel: Keine der überlieferten Tatsachen durfte er ändern oder übergehen, keinen Tag im Kalender verschieben, und dann suchte er die folgenreiche, aber nicht überlieferte Tatsache, die sie alle erklären könnte. Mehrere seiner Romane zeigen historische Ereignisse unter dem Einfluss okkulter oder übernatürlicher Kräfte. Timothy Thomas Powers wurde am 29. Februar 1952 in Buffalo, New York, geboren und lebt seit 1959 in Kalifornien. Mit elf Jahren faszinierte ihn Heinleins "Der Rote Planet" so, dass seine Begeisterung für die Phantastik wuchs; mit dreizehn versuchte er sich an eigenen Geschichten, die Zeitschriften ablehnten. An der California State University in Fullerton studierte er englische Literatur und schloss 1976 ab. Dort lernte er James Blaylock und K. W. Jeter kennen, mit denen er befreundet blieb und gelegentlich zusammenarbeitete; halb im Ernst nannten sich die drei "Steampunks", im Gegensatz zum Cyberpunk der 1980er Jahre. Mit Blaylock erfand er in Fullerton den Dichter William Ashbless, unter dessen Namen inzwischen eigene Bücher erschienen sind. In derselben Zeit lernte er Philip K. Dick kennen, seinen Nachbarn, mit dem ihn bis zu dessen Tod eine Freundschaft verband. Die Figur David in Dicks Roman "Valis" ist Powers nachgebildet, und als "Do Androids Dream of Electric Sheep?" passend zum Film unter dem Titel "Blade Runner" neu erschien, widmete Dick das Buch Tim und Serena Powers. Sein erster Roman, "The Skies Discrowned", erschien 1976, der erste große, "The Drawing of the Dark", 1979. Breites Lob brachte ihm der Zeitreiseroman "The Anubis Gates" (1983), der den Philip K. Dick Award gewann, auf Deutsch "Die Tore zu Anubis Reich". "On Stranger Tides" (1987) regte die Videospielreihe "Monkey Island" an und wurde zum Teil für den vierten Film der Reihe "Pirates of the Caribbean" bearbeitet. "Last Call" (1992), in Las Vegas angesiedelt und von T. S. Eliots "Das wüste Land" angeregt, eröffnet die Fault-Lines-Trilogie mit "Expiration Date" und "Earthquake Weather"; auf Deutsch erschien nur der dritte Band, in zwei Teilen bei Heyne. Für "Last Call" und für "Declare" gewann Powers den World Fantasy Award. Er unterrichtet in Teilzeit als Writer in Residence an der Orange County High School of the Arts und hat oft als Mentor am Clarion Workshop mitgewirkt.

Geboren
29. Februar 1952
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher