Tim Staffel
Im Jahr, in dem "Terrordrom" bei Ammann in Zürich erschien, kam der Roman schon auf die Bühne: Frank Castorf dramatisierte und inszenierte ihn 1998 für die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Tim Staffel wurde am 2. Oktober 1965 in Kassel geboren und studierte bis 1991 bei Andrzej Wirth Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Nach dem Studium wurde er freier Schriftsteller und Hörspielregisseur. Stipendien des Deutschen Literaturfonds erhielt er 1993/94, 2001 und 2020, dazu 1996 das Alfred-Döblin-Stipendium. Seine Stücke erschienen im Rowohlt Theater Verlag. "Stadt der Krieger" wurde 1994 am Theater Oberhausen uraufgeführt, "Werther in New York" 2000 am Staatstheater Karlsruhe, "Hausarrest" 2002 an der Volksbühne, "Next Level Parzival" 2007 am Theater Basel, bei der RuhrTriennale und am Jungen Theater Basel. Das Jugendstück "Alles Blau" erhielt 2003 den Förderpreis des Deutschen Bühnenvereins. Auf "Terrordrom" folgten die Romane "Heimweh" (2000, Volk und Welt), "Rauhfaser" (2002, S. Fischer) und "Jesús und Muhammed" (2008, Transit), später bei Kanon "Südstern" (2023) und "Wasserspiel" (2025). Hörspiele schrieb er unter anderem für den WDR, von "Hüttenkäse" (1999) bis "Unter Drohnen" (2021), und für den Deutschlandfunk. 2010 hatte er die Heinz-Dürr-Stiftungsprofessur an der Universität Hildesheim, 2017 bis 2019 war er dort Dozent für Szenische Künste. Sein Film "Westerland", für den er Regie führte und das Drehbuch schrieb, lief 2012 auf der 62. Berlinale in der Reihe Perspektive Deutsches Kino und auf dem 48. Chicago International Film Festival in der New Directors Competition. Für den Herbst 2026 erhielt er das London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds als Writer in Residence an der Queen Mary University of London.
- Geboren
- 2. Oktober 1965
- Nationalität
- Deutschland