Tom Peuckert
„Für die Gegenwart bearbeitet und radikal gekürzt“ lautet der Untertitel von Tom Peuckerts Stück „Die berühmtesten Dramen der Welt“, 2012 im Theaterlabor Bremen uraufgeführt. Eine zehnteilige Kurzhörspielserie, deren Titel nur das „radikal“ fehlt, hatte der RBB 2010 herausgebracht. Peuckert wurde am 8. Januar 1962 in Leipzig geboren und wuchs zu DDR-Zeiten dort auf. Nach seiner Arbeit als Regieassistent an den Städtischen Bühnen Quedlinburg studierte er von 1984 bis 1989 Theaterwissenschaft. 1997 sendete der SFB sein Hörspiel „Artaud erinnert sich an Hitler und das Romanische Café“. „Reich in Amerika“ in der Regie von Peter Groeger wurde Hörspiel des Monats März 1998; im selben Jahr erhielt Peuckert ein Autorenstipendium des Berliner Senats. Ein Stück mit dem Titel des Artaud-Hörspiels hatte 2000 am Berliner Ensemble Premiere; es folgten Uraufführungen etwa in Jena, Freiburg und Bielefeld, wo 2005 „Luhmann“ herauskam. Die Wuppertaler Inszenierung seiner Bühnenfassung von William Gaddis' Roman „JR“ erhielt 2014 den Hauptpreis des Theatertreffens NRW. Gespielt wurden seine Stücke unter anderem in Deutschland, Griechenland, Italien, Frankreich, Uruguay und Albanien. 2015 veröffentlichte er mit Harald Martenstein bei Aufbau den alternativgeschichtlichen Roman „Schwarzes Gold aus Warnemünde“. Mit Regine Ahrem und Samir Nasr schrieb er im selben Jahr die Hörspielserie „Papa, Kevin hat gesagt …“. Von 2015 bis 2020 liefen beim WDR seine Folgen um Doberschütz, inszeniert von Thomas Leutzbach. Die achtteilige Reihe „Die Jahre aus Gold und Eis“ über die Wendezeit sendete 2019 der RBB. 2022 kamen am Stadttheater Gießen seine „Metamorphosen“ nach Ovid heraus. Folgen des Radio-Tatorts schrieb er für den RBB von 2010 bis 2025.
- Geboren
- 8. Januar 1962
- Nationalität
- Deutschland