William Hope Hodgson

Um Seemann zu werden, lief William Hope Hodgson mit dreizehn Jahren davon, und auf dem Meer spielen viele seiner Schauergeschichten. Doch nach drei Weltumsegelungen hasste er das Meer; Sam Moskowitz schrieb, er habe es mit der Heftigkeit einer Lebensleidenschaft gehasst und gefürchtet. Geboren am 15. November 1877 in Blackmore End in Essex als Sohn eines anglikanischen Geistlichen, verbrachte er einen Teil der Kindheit im irischen County Galway, das er später zum Schauplatz von "The House on the Borderland" machte. Zurückgebracht, durfte er 1891 doch eine vierjährige Lehre als Schiffsjunge beginnen. Weil ältere Seeleute ihn schikanierten, trainierte er seinen Körper; die Schikane gegen Lehrlinge kehrt in seinen Seegeschichten oft wieder. Nach einer Ausbildung in Liverpool fuhr er als Maat zur See und fotografierte Polarlichter, Wirbelstürme und Haie. 1898 erhielt er die Medaille der Royal Humane Society, weil er vor Neuseeland einen Matrosen aus haiverseuchtem Wasser gerettet hatte. Dann eröffnete er in Blackburn eine Schule für Körperertüchtigung; 1902 legte er auf einer Bühne Harry Houdini Handschellen an. Als die Schule scheiterte, schrieb er Artikel über Training und, angeregt von Poe, Wells, Verne und Conan Doyle, um 1904 erste Erzählungen. Seine Romane erschienen rasch hintereinander: "The Boats of the 'Glen Carrig'" (1907, "Die Boote der 'Glen Carrig'"), "The House on the Borderland" (1908, "Das Haus an der Grenze"), "The Ghost Pirates" (1909, "Geisterpiraten") über ein Schiff, das übernatürliche Wesen in die Tiefe ziehen, und "The Night Land" (1912, "Das Nachtland"), die Vision einer sonnenlosen fernen Zukunft. H. P. Lovecraft nannte "The Night Land" eines der wirkungsvollsten Stücke makabrer Phantasie, die je geschrieben wurden. Um sein Einkommen aufzubessern, erfand er, angeregt auch von Algernon Blackwoods John Silence, den Detektiv Thomas Carnacki, der übernatürlichen Erscheinungen nachgeht ("Carnacki, the Ghost-Finder", 1913). Im Ersten Weltkrieg lehnte er den Dienst zur See ab und wurde Offizier der Royal Artillery. Nach einem Sturz vom Pferd mit schwerer Kopfverletzung entlassen, meldete er sich erneut und fiel im April 1918 in der Vierten Flandernschlacht bei Ypern. Nach seinem Tod weitgehend vergessen, kehrte sein Werk in den 1930er Jahren in Anthologien zurück, und 1934 machte der Sammler Herman Charles Koenig Lovecraft darauf aufmerksam; August Derleths Arkham House legte die Romane in den 1940er Jahren neu auf. Beeinflusst hat Hodgson Olaf Stapledon und C. L. Moore, und Gene Wolfe und China Miéville nennen ihn als Einfluss.

Geboren
15. November 1877
Nationalität
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland

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