William Peter Blatty
1961 trat William Peter Blatty in Groucho Marx' Quizsendung "You Bet Your Life" auf, als angeblicher saudi-arabischer Prinz, und gewann 10.000 Dollar. Das reichte, um seine Stelle aufzugeben und nur noch zu schreiben; eine feste Anstellung hatte er danach nie wieder. Geboren am 7. Januar 1928 in New York als Sohn libanesischer Einwanderer, besuchte er mit Stipendien die jesuitische Brooklyn Preparatory und die Georgetown University, wo er 1950 den Bachelor in Englisch machte. Nach dem Master an der George Washington University 1954 diente er in der Abteilung für psychologische Kriegsführung der Air Force und kam nach Beirut, wo er anfing, humoristische Artikel an Zeitschriften zu schicken. Sein erstes Buch, "Which Way to Mecca, Jack?", blickt humorvoll auf seine frühen Jahre und seine Arbeit für die United States Information Agency im Libanon und erzählt, wie er sich in Los Angeles als Prinz ausgab. Es folgten komische Romane wie "Twinkle, Twinkle, 'Killer' Kane" (1966); Marvin Levin schrieb in der New York Times, niemand schreibe komischere Zeilen, doch große Verkaufszahlen blieben aus. Für Blake Edwards schrieb er Drehbücher zu Komödien wie "A Shot in the Dark" (1964) und "What Did You Do in the War, Daddy?" (1966). "The Exorcist" (1971, deutsch "Der Exorzist") erzählt von einem zwölfjährigen Mädchen, das von einem Dämon besessen ist. Der Roman stand 17 Wochen an der Spitze der Bestsellerliste der New York Times, allein in den USA wurden mehr als 13 Millionen Exemplare verkauft. Mit William Friedkin brachte Blatty ihn 1973 ins Kino; für das Drehbuch erhielt er den Oscar, und der Film war der erste Horrorfilm, der als bester Film nominiert wurde. Aus "Twinkle, Twinkle, 'Killer' Kane" machte er 1978 "The Ninth Configuration" und verfilmte den Roman 1980 als sein Regiedebüt, einen Film über die Frage nach der Existenz Gottes, der an der Kasse scheiterte und 1981 den Golden Globe für das Drehbuch gewann. An der ersten Kinofortsetzung des Exorzisten 1977 hatte er jede Beteiligung abgelehnt; seine eigene, "Legion" (1983, deutsch "Das Zeichen"), verfilmte er 1990 selbst als "The Exorcist III". Über den Tod seines Sohnes Peter, der 2006 mit 19 Jahren starb, schrieb er das Sachbuch "Finding Peter" (2015), halb komische Erinnerung, halb Plädoyer für ein Leben nach dem Tod. Für die überarbeitete Jubiläumsausgabe des "Exorzisten" 2011 schrieb er, beim ersten Mal habe ihm das Geld für eine zweite Fassung gefehlt; dies sei die Version, für die er in Erinnerung bleiben wolle. Blatty starb am 12. Januar 2017 in Bethesda.
- Geboren
- 7. Januar 1928
- Gestorben
- 12. Januar 2017
- Nationalität
- Vereinigte Staaten