William Voltz

Mit Band 74, "Das Grauen", kam William Voltz zu Perry Rhodan, ab Band 674 bestimmte er als Exposéautor maßgeblich den Kurs der Serie, und geplant hatte er sie bis weit in die 1200er Bände hinein, als er 1984 starb. Geboren wurde er 1938 in Offenbach am Main als Wilhelm Karl Voltz; er schrieb auch als Detlef Kaufmann und Ralph Steven. Seinen ersten Roman, "Sternenkämpfer", veröffentlichte er 1958 als Leihbuch im Wuppertaler Georg Wiesemann Verlag. Über den Science Fiction Club Deutschland lernte er K. H. Scheer kennen, den Mitbegründer von Perry Rhodan, der ihm einen Exposé-Auftrag gab, und seit 1962 schrieb er für die Serie. Viele seiner Romane wurden zu Klassikern, etwa "Ein Freund der Menschen" (Nr. 99) und "Der Terraner" (Nr. 1000); der von ihm maßgeblich konzipierte Aphilie-Zyklus (Hefte 700 bis 799) gilt als ein Höhepunkt der Serie. Seine Figuren waren oft stille Helden und Einzelgänger wie der Maskenträger Alaska Saedelaere. "Voltzen" hieß es, wenn er eine Figur über einen ganzen Roman liebevoll aufbaute und sie am Ende sterben ließ, meist selbstlos, um andere zu schützen. 1975 übernahm Voltz von Scheer die Exposés. Unter ihm trat neben die militärischen Konflikte der vom Kalten Krieg geprägten 1960er Jahre immer stärker eine humanistische Richtung, mit Fragen nach dem Ursprung des Lebens und der Rolle der Menschheit im Kosmos; der Stern fasste es so: "Bis dahin wurde geschossen, von nun an wurde gegrübelt." Spätere Autoren hatten bisweilen mit seiner Beliebtheit bei den Fans zu kämpfen. Cheflektor Kurt Bernhardt beauftragte ihn, die ersten fünf Hefte zum ersten Silberband umzuarbeiten, ohne Fehler und ohne Verlust an Ursprünglichkeit. Voltz erzählte selbstironisch, er habe in dieser Zeit "halb Deutschland bereist, keinen Rasen mehr gemäht, Freunde verprellt, Kollegen verärgert" und die Nachbarn nicht mehr gegrüßt. Nach seiner Konzeption für die Bücher wurden glorifizierende Darstellungen der Terraner und Schwarz-Weiß-Feindbilder entschärft. Bei Atlan übernahm er später ebenfalls die Exposés, 1973 startete er mit Dragon die erste deutsche Fantasy-Serie und Anfang der 1980er Jahre Mythor. Anfang der 1980er Jahre erkrankte er schwer; mit Thomas Ziegler versuchte er, einen Nachfolger aufzubauen, der aber nicht dabeiblieb. Voltz starb am 24. März 1984 in Frankfurt am Main, sein letzter Perry-Rhodan-Roman hieß "Einsteins Tränen". Zum 20. Todestag wurde 2004 erstmals der William Voltz Award für Kurzgeschichten verliehen.

Geboren
28. Januar 1938
Gestorben
24. März 1984
Nationalität
Deutschland

Bücher