Wole Talabi
Drei Nommo Awards in drei Kategorien: 2018 für eine Kurzgeschichte, 2020 für eine Novelle, 2024 für einen Roman. Nachdem Wole Talabi damit in allen drei Prosakategorien gewonnen hatte, kündigte er an, künftige Nominierungen abzulehnen, um das Feld für neue Autoren frei zu machen. Oluwole Talabi wurde am 28. Februar 1986 geboren und wuchs in Warri im Süden Nigerias auf. Er studierte Chemieingenieurwesen an der Obafemi Awolowo University; von 2010 bis 2011 folgte ein Master of Science am Imperial College in London. Danach arbeitete er als Ingenieur und begann im Lauf seines Berufslebens, professionell zu schreiben. Eine Schreibausbildung hatte er nach eigener Angabe nie, abgesehen von zwei Onlinekursen der Universitäten Edinburgh und Michigan, doch Geschichten schrieb er, seit er als Kind lesen gelernt hatte. Als Anregungen nannte er das Werk von Philip K. Dick und die Kurzgeschichten von Nnedi Okorafor. Als Herausgeber stellte er die Anthologien "These Words Expose Us" (2014), "Lights Out: Resurrection" (2016) und "Africanfuturism: An Anthology" (2020) zusammen und war 2021 in der Kategorie Anthologie für den Locus Award nominiert. Seine erste Sammlung, "Incomplete Solutions" (2019), vereinte Geschichten aus fünf Jahren, die nigerianische Kultur und Sichtweisen einbetten, ohne sie Lesern zu erklären, denen sie fremd sind. Adri Joy lobte sie in "Strange Horizons" als fesselnd, unterhaltsam und vielseitig, wünschte sich aber weniger männlich geprägte Blickwinkel. 2022 gewann er den Sidewise Award für eine Kurzgeschichte, 2023 stand er mit einer Erzählung auf der Shortlist des Hugo Award. Sein erster Roman, "Shigidi and the Brass Head of Obalufon" (2023), deutsch "Shigidi - Raub im Britischen Museum", folgt Shigidi, einem Yoruba-Gott der Albträume, der aus seinem Mindestlohnjob bei der Orisha Spirit Company heraus will. Dafür sollen er und seine Geliebte, die Sukkubus Nneoma, den schwer bewachten Messingkopf des Obalufon aus dem British Museum zurückstehlen. Chris Kluwe schrieb in "Lightspeed", die Beziehung der beiden und die Themen Kapitalismus und Kolonialismus trügen die Geschichte; Gary K. Wolfe lobte in "Locus" die Balance der Genreelemente. Der Roman kam in die Endrunde des Nebula Award. Die Sammlung "Convergence Problems" (2024) wandte sich klassischeren Themen der Science-Fiction zu. "Scientific American" beschrieb Talabi als Autor, der Transhumanismus und Turing-Test verbinde. Für die African Speculative Fiction Society, zu deren Gründungsmitgliedern er gehörte, betreute er eine Datenbank spekulativer Literatur afrikanischer Autoren.
- Geboren
- 28. Februar 1986
- Nationalität
- Nigeria