Barrayar
Cordelia Naismith, einst Kommandantin eines Forschungsschiffs der aufgeklärten Beta-Kolonie, hat ihre Heimat verlassen und den Mann geheiratet, der sie im Krieg gefangen nahm: Aral Vorkosigan, Admiral und Adliger auf Barrayar, einem Planeten, dessen Gesellschaft nach Jahrhunderten der Isolation noch immer von Kasten, Ehre und Misstrauen gegen alles Fremde geprägt ist. Kaum ist sie schwanger, macht der sterbende Kaiser Ezar ihren Mann gegen dessen Willen zum Regenten für den fünfjährigen Thronerben Gregor. Damit wird Aral zur Zielscheibe aller, die den Thron selbst wollen. Ein Giftgasanschlag auf das Paar scheitert, doch das Gegenmittel greift das Skelett des ungeborenen Kindes an. Auf einer Welt, in der Neugeborene mit Fehlbildungen üblicherweise nicht überleben dürfen und Arals Vater, der alte Graf Piotr, einen "Mutanten" als Erben nicht dulden will, kämpft Cordelia um das Leben ihres Sohnes: Sie lässt den Fötus in einen künstlichen Uterus verlegen, eine Technik, die Barrayar nicht kennt und nicht traut. Während sie sich mit ihrem Leibwächter Bothari, der Kammerzofe Droushnakovi und dem versehrten Offizier Koudelka in einer Welt zurechtfindet, deren Regeln sie nicht teilt, braut sich um die Regentschaft ein Machtkampf zusammen. Bujold hat den Roman als Buch über die Kosten der Elternschaft beschrieben: Wie weit gehen Eltern, um ein Kind zu retten, das noch gar nicht geboren ist, und was geben sie dafür preis. Sie stellt Schwangerschaft, Mutterschaft und Ehe in den Mittelpunkt einer Space Opera, ein 1991 ungewöhnlicher Schritt, und spiegelt darin die Frage, wie eine liberale Frau in einer militärischen Ehrenkultur handlungsfähig bleibt, ohne sich selbst aufzugeben. Empfehlung: Das Buch eignet sich für Leser, die Science-Fiction mit starken Figuren, politischer Intrige und moralischem Gewicht suchen und denen Charaktere wichtiger sind als Technik. Wer Ann Leckie oder Becky Chambers mag, wird Bujold schätzen. Der Roman setzt "Scherben der Ehre" fort, in der deutschen Ausgabe erschienen beide zusammen als "Cordelias Ehre" bei Heyne; sie sind der richtige Einstieg in den Vorkosigan-Zyklus, noch vor den Miles-Romanen.
- Erschienen
- 1991
- Seiten
- 448
- Verlag
- Heyne
- ISBN
- 9783453092419
- Sprache
- de