Glashaus

Im 27. Jahrhundert erwacht der Veteran Robin in einer Klinik mit gelöschten Erinnerungen. Nach den verheerenden Zensurkriegen, die durch den "Curious Yellow"-Virus ausgelöst wurden, hat sich Robin einer Gedächtnislöschung unterzogen. Als er merkt, dass jemand versucht, ihn zu töten, meldet er sich freiwillig für ein Experiment: das Glashaus. Das Glashaus ist eine simulierte Umgebung, die das Leben des frühen 21. Jahrhunderts nachstellt - aus Sicht der Zukunftsmenschen eine "dunkle Zeit". Die Teilnehmer erhalten neue Identitäten und Körper. Robin wird zur Frau "Reeve" und muss sich in einer spießbürgerlichen Kleinstadt zurechtfinden, die nach den sozialen Normen der 1950er Jahre funktioniert. Überwacht wird alles durch ein Punktesystem und eine Art Kirche. Während Reeve versucht herauszufinden, in welchem Körper ihre Geliebte Kay steckt, kehren bruchstückhafte Erinnerungen zurück. Das vermeintlich sichere Experiment entpuppt sich als Gefängnis mit undurchsichtigen Zielen. Stross nutzt diese Konstellation für eine scharfe Satire auf Konformitätsdruck, Überwachung und gesellschaftliche Erwartungen. Der Roman verbindet Identitätsfragen mit technologischen Spekulationen über Körpertausch, Bewusstseinskopien und Nanotechnologie. Dabei entstehen komplexe Fragen nach dem Wesen des Selbst, wenn Erinnerungen manipulierbar und Körper austauschbar werden. Empfehlung: Das Buch eignet sich für Leser, die anspruchsvolle Science Fiction schätzen, die technische Visionen mit gesellschaftskritischen Betrachtungen verbindet. Fans von Philip K. Dick oder Autoren wie Richard Morgan werden die paranoid-philosophischen Elemente zu würdigen wissen. Wer sich für Fragen von Identität, Geschlechterrollen und sozialer Kontrolle interessiert, findet hier eine faszinierende Zukunftsperspektive auf unsere Gegenwart.

Erschienen
2006
Seiten
494
Sprache
de
Genres
Cyber Punk, Dystopie / Postapokalypse, Social Science Fiction, Transhumanistische SF / Posthuman-SF

Autoren