Francis Spufford
2016 erhielt Francis Spufford den Costa Book Award für den besten ersten Roman, nachdem er schon 1997 für „I May Be Some Time“ (1996) den Somerset Maugham Award und den Sunday Times Young Writer of the Year Award bekommen hatte. Im ersten Teil seiner Laufbahn schrieb er Sachbücher, 2010 begann der Übergang zur Fiktion. Spufford wurde 1964 geboren. Tolkiens „The Hobbit“ machte ihn, so erinnerte er sich, vom mühsamen Entzifferer gedruckter Buchstaben zu jemandem, der durch ein neues Medium flog; später zeigte ihm John Crowley, dass man den eigentlichen Gegenstand einer Geschichte an den Rändern verstecken kann. Über seine prägende Lektüre schrieb er die Erinnerungen „The Child That Books Built“ (2002). Nach dem Abschluss in englischer Literatur am College Trinity Hall in Cambridge 1985 war er von 1987 bis 1990 leitender Verlagslektor bei Chatto & Windus. Er gab die Anthologien „The Chatto Book of Cabbages and Kings“ (1989) und „The Chatto Book of the Devil“ (1992) heraus. 2007 wurde er Fellow der Royal Society of Literature, ab 2008 lehrte er Kreatives Schreiben am Goldsmiths College in London, wo er 2018 eine Professur erhielt. „Red Plenty“ (2010) stand in der Endauswahl des BSFA Award für Sachbücher und 2011 in der des Ondaatje Prize; Rowohlt brachte es 2012 als „Rote Zukunft“ heraus. Sein erster Roman „Golden Hill“ (2016) erhielt nach dem Costa Book Award 2017 auch den Desmond Elliott Prize und den Ondaatje Prize. Auf Deutsch erschien er 2017 bei Rowohlt als „Neu-York“; Thorsten Gräbe bescheinigte ihm in der FAZ Spannung und sprachliche Experimentierfreude. „Light Perpetual“ (2021) kam auf die Longlist des Booker Prize und gewann 2022 den Encore Award, auf Deutsch 2022 bei Rowohlt als „Ewiges Licht“. „Cahokia Jazz“ (2023) ist ein Kriminalroman in einer anderen Geschichte: Eine mildere Pockenart hat die amerikanischen Ureinwohner gegen die tödlicheren immun gemacht, und in der Stadt Cahokia nahe dem heutigen St. Louis ermitteln zwei Polizisten in einem Mord auf dem Dach eines Regierungsgebäudes, der einem aztekischen Menschenopfer gleicht. 2024 gewann der Roman den Sidewise Award for Alternate History.