Fritz Leiber

Fritz Leiber hieß wie sein Vater und stand mit ihm vor derselben Kamera. Der Vater war Shakespeare-Darsteller und spielte in über sechzig Hollywood-Filmen; der Sohn trat daneben in Nebenrollen auf, meist ohne Nennung im Abspann, 1936 in "Camille" mit Greta Garbo und 1943 im "Phantom der Oper". Zur Welt kam er am Weihnachtsabend 1910 in Chicago. Beide Eltern tourten mit einer Shakespeare-Truppe, und was ihm das bedeutete, hat er selbst beschrieben: "Es war ein Glück für mich, in meiner frühesten Jugend immer wieder die Sprache von einem Dutzend Shakespeare-Stücken zu hören, während meine Eltern auf der Bühne standen und probten." Er studierte in Chicago Philosophie und Psychologie, in Psychologie mit summa cum laude. Ab 1934 spielte er in der Truppe seiner Eltern und verließ sie, nachdem er im Januar 1936 die walisische Dichterin Jonquil Stephens geheiratet hatte. Sie machte ihn auf H. P. Lovecraft aufmerksam. Acht Monate lang, bis zu Lovecrafts Tod im März 1937, schrieben die beiden einander; Lovecraft habe ihm eingehämmert, "dass man beim Schreiben auf Ehrlichkeit, Überzeugung, Sorgfalt, Vollkommenheit und Wissenschaftlichkeit achten muss". Vom Schreiben leben konnte er lange nicht. Zwischen 1937 und 1956 war er Redakteur einer Enzyklopädie, Sprachlehrer, Qualitätsprüfer bei den Douglas-Flugzeugwerken und ab 1944 Redakteur beim Science Digest. Freier Schriftsteller wurde er erst 1956. Fafhrd und den Grauen Mausling hatte er schon in den dreißiger Jahren erfunden, zusammen mit seinem Studienkollegen Harry Fischer, samt deren Welt Nehwon und der Stadt Lankhmar. Weird Tales lehnte die erste Geschichte 1935 ab; gedruckt wurde 1939 eine andere, in Unknown. In fünfzig Jahren wurden über dreißig Erzählungen daraus, und mit ihnen das Genre der Sword and Sorcery. Der Graue Mausling, hat Leiber erklärt, sei ein Porträt Harry Fischers und Fafhrd eines von ihm selbst. Seine beiden Hugo-Romane sind sehr verschieden. "The Big Time" von 1958, deutsch "Eine tolle Zeit", spielt einen Zeitreisekrieg in einem einzigen Raum mit einer Handvoll Figuren durch, fast wie ein Bühnenstück. "The Wanderer" von 1964, deutsch "Wanderer im Universum", ist sein längster: Ein gesteuerter Planet springt ins Sonnensystem und erschüttert die Erde. 1969 starb seine Frau Jonquil. Leiber schrieb jahrelang wenig und zog nach San Francisco. Zurück kam er Mitte der siebziger Jahre mit "Our Lady of Darkness", in dem ein verwitweter, älterer Schriftsteller vorkommt. 1981 bekam er den Grand Master Award. Im Mai 1992 heiratete er Margo Skinner; am 5. September starb er in San Francisco.

Born
December 24, 1910
Died
September 5, 1992
Nationality
Vereinigte Staaten

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