Monica Byrne
Mit dem Ziel, Astronautin zu werden und zum Mars zu fliegen, machte Monica Byrne ein Praktikum bei der NASA. Die 1981 in Harrisburg, Pennsylvania, geborene Autorin studierte Biochemie und Religion am Wellesley College und erwarb 2005 am Massachusetts Institute of Technology einen Master in Geochemie, entschied sich dann aber gegen die Wissenschaft und für das Schreiben. Von 2005 bis 2007 nahm sie Unterricht an einer Comedy-Schule in Chapel Hill, North Carolina, 2008 besuchte sie mit Neil Gaiman den Clarion Workshop und begann, Erzählungen und Theaterstücke zu schreiben. 2011 war sie Artist in Residence am Vermont Studio Center, von 2012 bis 2017 Hausautorin des Theaterensembles Little Green Pig Theatrical Concern in Durham. Ihr Stück „What Every Girl Should Know“, 2012 uraufgeführt und in Durham, Berkeley und New York gespielt, handelt von Schülerinnen einer katholischen Mädchenschule um 1914, die Margaret Sanger verehren; der Titel stammt von einer Kolumne Sangers im New York Call. Ihr erster Roman „The Girl in the Road“ (2014), auf Deutsch 2015 bei Heyne als „Die Brücke“, spielt in einer Zukunft, in der Indien und Afrika zu Wirtschaftsmächten aufgestiegen sind. Er verschränkt die Wege einer jungen Frau, die auf einer schwimmenden, Strom erzeugenden Brücke das Arabische Meer von Mumbai nach Dschibuti überquert, und eines Mädchens, das ostwärts quer durch Afrika reist. Jason Heller nannte ihn bei NPR einen frustrierenden Flickenteppich, Marten Hahn im Deutschlandradio Kultur „globale Literatur im besten Sinne“. Der Roman gewann den James Tiptree, Jr. Award, war für den Locus Award nominiert und stand auf der Shortlist der Kitschies. Sieben Jahre recherchierte Byrne für „The Actual Star“ (2021), der auf drei Zeitebenen erzählt: 1012 in einem untergehenden Maya-Königreich, 2012 von einer jungen Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln in Belize und 3012 in einer utopischen, geschlechtslosen Gesellschaft, die entstand, nachdem Klimazerstörung einen großen Teil der Welt verwüstet hatte. Michael Marshall nannte das Buch im New Scientist ein Meisterwerk. Als Vorbilder hatte Byrne 2015 im Guardian Norman Rush, Kim Stanley Robinson und Ursula K. Le Guin genannt.