Peter Straub

Als Peter Straub sich dem Horror zuwandte, hatten drei Horrorromane enormen Erfolg gehabt, "The Exorcist", "Rosemary's Baby" und "The Other", und mehr gab es nicht. Für ihn hieß das, es sei noch viel Platz für Neue: "Wenn ich im Horrorgenre schrieb, wusste ich, dass ich alles machen konnte. Ich konnte experimentieren." Nach zwei Romanen außerhalb des Genres, "Marriages" (deutsch "Die fremde Frau") und "Under Venus" (deutsch "Das geheimnisvolle Mädchen"), wagte er sich mit "Julia" (1975) zum ersten Mal ans Übernatürliche. Straub wurde am 2. März 1943 in Milwaukee geboren und las schon als Kind unersättlich, obwohl der Vater ihn lieber als Profisportler gesehen hätte. An der Milwaukee Country Day School, die er mit einem Stipendium besuchte, begann er zu schreiben. Nach dem Englischstudium an der University of Wisconsin in Madison und dem Master an der Columbia University unterrichtete er Englisch und ging dann für eine Promotion nach Dublin. Dort und in London, wo er von 1972 bis 1979 lebte, begann er professionell zu schreiben, zuerst Gedichte: 1972 erschienen "Ishmael" und "Open Air". Den Durchbruch brachte 1979 sein fünfter Roman, "Ghost Story" (deutsch "Geisterstunde"), 1981 mit Fred Astaire verfilmt. Zurück in Amerika schrieb er "Floating Dragon" (deutsch "Der Hauch des Drachen"), das den August Derleth Award erhielt, und mit seinem langjährigen Freund Stephen King "The Talisman" (1984, deutsch "Der Talisman"), dem 2001 "Black House" (deutsch "Das schwarze Haus") folgte. Mit "Koko" (1988), einem Roman über den Vietnamkrieg ohne Übernatürliches, begann die Blue-Rose-Trilogie, fortgesetzt mit "Mystery" (1990) und "The Throat" (1993, deutsch "Der Schlund"), in der er mit Metafiktion und unzuverlässigen Erzählern arbeitete. "The Hellfire Club" (deutsch "Reise in die Nacht") war ein Thriller, "Mr. X" (1999, deutsch "Schattenbrüder") eine Hommage an H. P. Lovecraft. "Lost Boy, Lost Girl" (2003, deutsch "Haus der blinden Fenster") und "In the Night Room" (2004, deutsch "Schattenstimmen") bekamen beide den Bram Stoker Award. Für die Library of America gab er 2005 Lovecrafts Erzählungen und 2009 die Anthologie "American Fantastic Tales" heraus. 2010 erschien mit "A Dark Matter" (deutsch "Okkult") sein letzter Roman. Seine Papiere erwarb 2007 die Fales Library der New York University. Stephen King sagte, Straub habe dem Genre die Sensibilität eines Dichters gebracht und eine Synthese aus Horror und Schönheit geschaffen. Straub starb am 4. September 2022 in New York.

Born
March 2, 1943
Died
September 4, 2022
Nationality
Vereinigte Staaten

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