Sergej Lukianenko

Er hoffe, als literarischer Nachfolger der Brüder Strugatzki in Erinnerung zu bleiben, hat Sergej Lukianenko über sich gesagt; neben ihnen nennt er Robert A. Heinlein und Wladislaw Krapiwin als die Autoren, die ihn geprägt haben. Boris Strugatzki hat Lukianenkos Grundthema im Mai 2000 so benannt: wie man seine Güte in einer bösen Welt bewahrt, wenn man stark und gut bewaffnet ist. Geboren wurde Lukianenko am 11. April 1968 in Karatau in der Kasachischen SSR. Nach der Schule schrieb er sich 1986 am medizinischen Institut in Alma-Ata ein, Fachrichtung Psychotherapie; er praktizierte lange als Psychiater. Geschrieben hat er schon als Student, zuerst Kurzgeschichten für die Monatsschrift Uralski Sledopyt, bald darauf auf Englisch für das sowjetisch-indische Magazin Sputnik Junior. 1988 erschien seine erste Veröffentlichung, ab 1992 verdiente er damit Geld. In diesen Jahren war er auf Tagungen und Seminaren im russischen Fandom unterwegs; 1996 zog er nach Moskau, wo er seither lebt. Für seinen Beitrag zur russischen Science-Fiction bekam er 1999 den Aelita-Preis. Außerhalb Russlands bekannt wurde er durch die Wächter: "Wächter der Nacht" erschien 1998 und führte ihn zur Fantasy zurück, es folgten "Wächter des Tages" 2000, "Wächter des Zwielichts" 2004 und "Wächter der Ewigkeit" 2005. Die Verfilmung von 2004 gilt als erster russischer Blockbuster und stellte in Russland einen Einspielrekord auf; die Drehbücher schrieb Lukianenko zusammen mit dem Regisseur Timur Bekmambetow. Bis dahin waren seine Bücher fast nur in den baltischen Staaten, Bulgarien und Polen erschienen; die englischen Ausgaben kamen erst nach dem Film, "Night Watch" im Juli 2006, "Day Watch" im Januar 2007, "Twilight Watch" im Juli 2007. Im deutschen Sprachraum erhielt er 2007 den Corine für das Jugendbuch "Das Schlangenschwert", 2008 den Kurd-Laßwitz-Preis für "Spektrum" als besten ausländischen Roman und 2010 den Deutschen Phantastik Preis für "Die Ritter der vierzig Inseln". Seit 2014 hat Lukianenko wiederholt öffentlich politisch Stellung genommen. Er begrüßte die Annexion der Krim, untersagte die Übersetzung seiner Bücher ins Ukrainische und drohte Autoren, die die Euromaidan-Bewegung unterstützten, ihre Veröffentlichung in Russland zu verhindern. Am 28. Februar 2022 stand sein Name an erster Stelle unter einem offenen Brief, der den russischen Angriff auf die Ukraine unterstützt. Am 3. September 2022 verabschiedete die World Science Fiction Society auf ihrer Jahrestagung eine Resolution, die diese Haltung verurteilt und verlangt, ihn als Ehrengast des Worldcon 2023 wieder auszuladen.

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