Terry Jones
Terry Jones studierte in Oxford Englisch und kam dabei zur Geschichte: Über Chaucer, den er im Studium las, fand er zum Mittelalter. Sein erstes Buch, "Chaucer's Knight" (1980), las den Ritter aus Chaucers "The Knight's Tale" nicht als Muster christlicher Tugend, sondern als Söldner und womöglich kaltblütigen Mörder. Da kannte man ihn längst als Mitglied von Monty Python. Geboren am 1. Februar 1942 in Colwyn Bay in Wales, trat er in Oxford mit Michael Palin in der Oxford Revue auf. Mit ihm schrieb er danach für Sendungen wie "The Frost Report" und "Do Not Adjust Your Set", bevor sie mit Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle und Terry Gilliam "Monty Python's Flying Circus" schufen, dessen surreale Form, in der ein Sketch ohne Pointe in den nächsten überging, vor allem Jones prägte. Bei "Monty Python and the Holy Grail" (1975, deutsch "Die Ritter der Kokosnuß") führte er mit Gilliam Regie, der Film erhielt 1976 den British Fantasy Award; "Life of Brian" (1979, deutsch "Das Leben des Brian") und "The Meaning of Life" (1983, deutsch "Der Sinn des Lebens") inszenierte er allein. Mit Palin schrieb er die Serie "Ripping Yarns", für Jim Henson das Drehbuch zu "Labyrinth" (1986, deutsch "Die Reise ins Labyrinth"), von dem nach vielen Überarbeitungen wenig im fertigen Film blieb. Mit anderen verfasste er "Who Murdered Chaucer?" (2003), nach dessen These Thomas Arundel Chaucer nach dem Sturz Richards II. zu Tode verfolgte, und er präsentierte Dokumentarreihen der BBC wie "Crusades" (1995) und "Terry Jones' Medieval Lives" (2004), in der das Mittelalter raffinierter erscheint, als man gemeinhin denkt. Dazu kamen viele Kinderbücher, von "Fairy Tales" (1981) bis "Nicobobinus" (1985), das 2018 in Leipzig als Kinderstück uraufgeführt wurde. 1997 schrieb er den Roman zu Douglas Adams' Computerspiel "Starship Titanic" (deutsch "Raumschiff Titanic"), in dem er auch eine Stimme sprach. Sein Buch "Evil Machines" erschien 2011 bei Unbound, als erstes Buch eines Crowdfunding-Verlags nur für Bücher, den Jones bei der Entwicklung seines Konzepts unterstützt hatte. 2014 stand er mit den vier anderen lebenden Pythons in der Londoner O2 Arena zum letzten Mal mit der Gruppe auf der Bühne. 2016 erhielt er bei den BAFTA Cymru Awards den Preis für sein Lebenswerk und inszenierte im West End "Jeepers Creepers" über den Komiker Marty Feldman, seine letzte Regiearbeit; eine Erkrankung beendete danach seine Arbeit. Er starb am 21. Januar 2020 in London. Der Asteroid (9622) Terryjones trägt seinen Namen, und 2026 enthüllten Palin und Gilliam in Colwyn Bay eine Statue von ihm.
- Born
- February 1, 1942
- Died
- January 21, 2020
- Nationality
- Vereinigtes Königreich